Projektdetails
Kramer, Sonja; Mag. Prof.
Summer, Anita; BEd Mag. Dr.
Der intuitive Wahrscheinlichkeitsbegriff bezieht sich auf die Vorstellung oder das Verständnis von Wahrscheinlichkeit auf der Grundlage von Erfahrung und Alltagswissen, ohne die Verwendung mathematischer Formeln oder Konzepte. Er basiert auf dem natürlichen menschlichen Verständnis von Wahrscheinlichkeit, das Menschen in ihrem täglichen Leben nutzen, um Einschätzungen und Entscheidungen zu treffen.
Der neue Lehrplan 2023 verankert einen intuitiven Zugang zur Wahrscheinlichkeit bereits in der Primarstufe, den Übergang zur Wahrscheinlichkeitsrechnung in der Sekundarstufe 1 (bislang in der Sekundarstufe 2).
Im Zuge der Lehrplanentwicklung erfolgte auf Anfrage der Entwicklergruppe „Lehrplan Neu“ nach einem konstruktiv kritischen Feedback ein reger Austausch im Themenbereich „Wahrscheinlichkeit“ und eine intensive Literaturrecherche.
Das Ziel des Projekts ist es, auf Basis stoffdidaktischer Analysen und Recherchen Unterrichtskonzepte für den im österreichischen Mathematikunterricht völlig neuen Themenbereich zu entwickeln und zu evaluieren.
Theoretische Fundierung: Aufbau eines gefestigten Zahlbegriffes, Inversion aus inklusiver Sicht, historische Beleuchtung, Vergleich zu anderen Ländern…
Die geplante Forschung soll im Mai 2024 als experimentelle 4-Perioden-Panelstudie mit randomisiertem Cross-over mittels der Diktier-App „Zwanzigeins“ (https://zwanzigeins.jetzt/app/) erfolgen. Studierende des zweiten Semesters am Standort Krems werden im Zuge des unbetreuten Selbststudiums der LV „Didaktik der Arithmetik“ Daten von jeweils sechs (zufällig gewählten) Schulkindern ihrer Praxisklasse erheben.
Die erhobenen Daten werden dankenswerterweise von Herrn PD Dr. Morfeld mittels Statistikprogramm Stata 14 ausgewertet (deskriptiv: z.B. Box-Plots, analytisch: fixed-effects Regressionsmodelle). Datenanonymität und -sicherheit werden an jedem Punkt des Forschungsprozessen gewahrt.
Geplant sind gemeinsame Disseminationen (ev. GGK 2025; GDM 2025).
Ziel: Ausgehend vom neurokognitiven Modell des Diskonnektionssyndroms soll ein Verfahren entwickelt werden, das die für das erwähnte Modell typischen Schwierigkeiten beim mentalen Verknüpfen von geometrischen Strukturen mit symbolischen und sprachlichen Repräsentationen misst.
Forschungsfrage: Kann Dyskalkulie durch die oben beschriebenen Schwierigkeiten charakterisiert und diagnostiziert werden?
Theoretischer Hintergrund: B. Krön (2023). Dyskalkulie als Diskonnektionssyndrom, neurokognitive Modellierung und Diagnose, KPH Reihe Antrittsvorlesungen, Band 10, sowie die englischsprachige Übersetzung davon und darin enthaltene Literaturangaben.