Kategorie: Verhaltenspsychologie

Projektdetails

Hochschule
Pädagogische Hochschule Wien
Sprache
Projektleitung gesamt
Scheidl, Gerhard; Hochschulprofessor M.Ed. Dr. BEd OStR
Projektleitung intern
Scheidl, Gerhard; Hochschulprofessor M.Ed. Dr. BEd OStR
Interne Projektmitarbeiter/innen
Poterpin, Elke; Mag. Dipl.-Päd. Prof.
Externe Projektmitarbeiter/innen
Kooperationspartner
Laufzeit
2018 – 2021
Beschreibung
Nach einer Studie von Leitner et Balddaszti (2014), welche u.a. Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz und die Anzahl und Art berufsbedingter Gesundheitsprobleme thematisiert, waren rund 1,7 Mio (40,3%) der erwerbstätigen Österreicher/innen zum Befragungszeitpunkt an ihrem Arbeitsplatz zumindest einem von drei psychischen Risikofaktoren ausgesetzt. Die drei abgefragten psychischen Belastungsfaktoren waren: starker Zeitdruck oder Arbeitsüberlastung, Gewalt oder die Androhung von Gewalt, Belästigung oder Mobbing. Am häufigsten litten die Erwerbstätigen unter Zeitdruck bzw. Überbeanspruchung (vgl. Leitner et Balddaszti; 2013, S. 54).
Zu einem ähnlichen Ergebnis kam eine aktuelle repräsentative Studie der Allianz-Versicherung: hier gaben 39 Prozent aller Österreicher/innen an, sich im Beruf zumindest stark belastet zu fühlen (vgl. Schulz; 2017, S. 6). In dieser Online-Befragung, in der Daten von 1000 Berufstätigen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren erhoben wurden, zeigt sich überdies, dass sich beinahe jede/r Vierte (23%) subjektiv dem Ende seiner/ihrer Kräfte nähert und auf ein Burnout zusteuert (ebd. S. 7). Die Probandinnen geben an, dass ihnen neben dem Job auch die wachsende Belastung im Privatleben zu schaffen macht. Nach Schulz (2017, S. 9) trifft die höchste berufliche Stressbelastung in Österreich die Berufsgruppe der Lehrer/innen (45 Prozent).

Dass gegen Ende ihres Berufslebens Lehrer/innen hoch belastet sind, scheint auf Grund vielfältiger Arbeitsbelastungen (Lärm, schwer zu motivierende Schüler/innen und Herausforderungen in der Elternarbeit), noch nachvollziehbar. Eine Studie aus dem Jahr 2014 kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass bereits angehende Lehrer/innen schon zu Beginn des Studiums ein höheres Burnout-Risiko tragen als andere Berufsgruppen (vgl. Reichl et al; 2014).
Lehrer/innen, die den Belastungen des Berufs nicht gewachsen sind, kosten einerseits – bedingt durch Vorruhestände, Krankenstände und der Notwendigkeit des Supplierens – der Gesellschaft viel Geld, andererseits leidet auch die Qualität des Unterrichts:
„Gestresste Lehrer sind öfter krank und sie halten in der Regel auch keinen guten Unterricht.“ (Mohr, 2014). Auch volkswirtschaftliche Folgeschäden seien – aus oben genanntem Grund – durch schlecht ausgebildete Jugendliche am Arbeitsmarkt zu befürchten (vgl. Mohr, 2014).

Die Ergebnisse der Studie tragen dazu bei, im Rahmen einer Studienberatung vor dem Studienantritt, Interessent/inn/en gezielt über mögliche Risiko- bzw. Belastungsfaktoren zu informieren. Dies kann zu einer Entscheidungshilfe bezüglich der Berufswahl beitragen kann.

Prinzipiell sollen die Ergebnisse der Studie jedoch nicht den Fokus auf das „Verhindern“ einer möglichen Lehrer/innen/laufbahn richten sondern den Blick massiv auf das „Entwicklungspotential“ von Menschen legen: d.h. es soll im Rahmen der Persönlichkeitsentwicklung den zukünftigen Lehrer/innen ein Rüstzeug mitgegeben werden, im Sinne einer Prävention mit den vielfältigen Belastungssituationen des zukünftigen (Berufs-)Lebens gesundheitsbewahrend umgehen können.
Dies kann dadurch erreicht werden, dass in ausgewählten Lehrveranstaltungen (z.B.: „Entwicklung der Lehrer/innenpersönlichkeit, Coaching) spezielle Methoden und Übungen zum Stressmanagement angeboten werden. In dieser Studie werden die Methoden der Hypnose mit Biofeedbackunterstützung angeboten.

Beschreibung (engl.)
URL
Bericht

Projektdetails

Hochschule
Pädagogische Hochschule Oberösterreich
Sprache
Projektleitung gesamt
Hirschenhauser, Katharina Maria; Mag. Dr. Prof. / 401660 Pädagogische Hochschule OÖ
Projektleitung intern
Hirschenhauser, Katharina Maria; HS-Prof. Mag. Dr. Prof.
Interne Projektmitarbeiter/innen
Externe Projektmitarbeiter/innen
Kooperationspartner
Laufzeit
2017 – 2020
Beschreibung
Beziehungen zwischen Mensch und Tier können die Entwicklung von emotionalen und sozialen Kompetenzen enorm fördern. Die Wirkungen von tiergestützten schulischen Interventionen auf
kognitiver Ebene wurden bisher empirisch nur selten belegt. Aktuell vermuten wir, dass primär sozio‐emotionale Veränderungen auf Grund von tiergestützten Erfahrungen auftreten, und diese dann sekundär auch beim Lernen, also auf kognitiver Ebene förderlich sind / sein können. Hier sollen drei (für Schule und erfolgreiches Lernen relevante) Wirkungen von Mensch‐Tier‐Beziehung auf mehreren Ebenen empirisch überprüft werden. (a) Ontogenetisch – es geht um Heimtiere als
„soziale Kumpane“ während des Aufwachsens. Überprüft wird die soziale Pufferwirkung von Heimtierbeziehungen auf die Entwicklung von Resilienz und Impulskontrolle von Schulkindern; (b) Akute Interventionen – es sollen Fallbeispiele für die verhaltensphysiologischen Wirkungen
kurzfristiger tiergestützter Angebote dargestellt werden; in intensiver Begleitung von bindungsgeleiteten Paar‐Interventionen werden Veränderungen in Verhalten, Stressbelastung und Impulskontrolle von Kindern während einzelner Pferdegestützter Einheiten erhoben; (c)
Langfristige Interventionen – Unter Lehrpersonen ist es zunehmend populär, ihren (speziell ausgebildeten) Hund als sogen. „Co‐Pädagogen“ mit ins Klassenzimmer bringen. Die Wirksamkeit von „Präsenzhunden“ auf das soziale Klassenklima und die Einstellung zu Schule und Lernen sind belegt. Hier sollen nun auch die Wirkungen von Schulhunden auf die Belastbarkeit und Impulskontrolle (emotional) und auf Lernerfolge (kognitiv) von Schüler/innen und Lehrpersonen
näher untersucht werden. Die individuelle Stressbelastung von Kindern soll anhand von Stresshormonen aus Speichelproben erhoben werden. Zur Erhebung von Impulskontrolle werden
Fragebögen und experimentelle Tests eingesetzt. Auch eine (d) interkulturelle Informationsbroschüre soll erstellt werden, die v.a. Eltern informieren soll, welche potenziellen und für das Lernen förderlichen Wirkungen die schulischen Erfahrungen mit dem Hund haben können.
Beschreibung (engl.)
URL
Bericht