Kategorie: Vergleichende Verhaltensforschung (Ethologie)

Projektdetails

Hochschule
Pädagogische Hochschule Oberösterreich
Sprache
Projektleitung gesamt
Hirschenhauser, Katharina Maria; Mag. Dr. Prof. / 401660 Pädagogische Hochschule OÖ
Projektleitung intern
Hirschenhauser, Katharina Maria; HS-Prof. Mag. Dr. Prof.
Interne Projektmitarbeiter/innen
Externe Projektmitarbeiter/innen
Kooperationspartner
Laufzeit
2017 – 2020
Beschreibung
Beziehungen zwischen Mensch und Tier können die Entwicklung von emotionalen und sozialen Kompetenzen enorm fördern. Die Wirkungen von tiergestützten schulischen Interventionen auf
kognitiver Ebene wurden bisher empirisch nur selten belegt. Aktuell vermuten wir, dass primär sozio‐emotionale Veränderungen auf Grund von tiergestützten Erfahrungen auftreten, und diese dann sekundär auch beim Lernen, also auf kognitiver Ebene förderlich sind / sein können. Hier sollen drei (für Schule und erfolgreiches Lernen relevante) Wirkungen von Mensch‐Tier‐Beziehung auf mehreren Ebenen empirisch überprüft werden. (a) Ontogenetisch – es geht um Heimtiere als
„soziale Kumpane“ während des Aufwachsens. Überprüft wird die soziale Pufferwirkung von Heimtierbeziehungen auf die Entwicklung von Resilienz und Impulskontrolle von Schulkindern; (b) Akute Interventionen – es sollen Fallbeispiele für die verhaltensphysiologischen Wirkungen
kurzfristiger tiergestützter Angebote dargestellt werden; in intensiver Begleitung von bindungsgeleiteten Paar‐Interventionen werden Veränderungen in Verhalten, Stressbelastung und Impulskontrolle von Kindern während einzelner Pferdegestützter Einheiten erhoben; (c)
Langfristige Interventionen – Unter Lehrpersonen ist es zunehmend populär, ihren (speziell ausgebildeten) Hund als sogen. „Co‐Pädagogen“ mit ins Klassenzimmer bringen. Die Wirksamkeit von „Präsenzhunden“ auf das soziale Klassenklima und die Einstellung zu Schule und Lernen sind belegt. Hier sollen nun auch die Wirkungen von Schulhunden auf die Belastbarkeit und Impulskontrolle (emotional) und auf Lernerfolge (kognitiv) von Schüler/innen und Lehrpersonen
näher untersucht werden. Die individuelle Stressbelastung von Kindern soll anhand von Stresshormonen aus Speichelproben erhoben werden. Zur Erhebung von Impulskontrolle werden
Fragebögen und experimentelle Tests eingesetzt. Auch eine (d) interkulturelle Informationsbroschüre soll erstellt werden, die v.a. Eltern informieren soll, welche potenziellen und für das Lernen förderlichen Wirkungen die schulischen Erfahrungen mit dem Hund haben können.
Beschreibung (engl.)
URL
Bericht

Projektdetails

Hochschule
Pädagogische Hochschule Oberösterreich
Sprache
Projektleitung gesamt
Hirschenhauser, Katharina Maria; HS-Prof. Mag. Dr. Prof.
Projektleitung intern
Hirschenhauser, Katharina Maria; HS-Prof. Mag. Dr. Prof.
Interne Projektmitarbeiter/innen
Mayr, Christina Maria; BEd MEd
, N.N., Masterstudierende;
Externe Projektmitarbeiter/innen
Kooperationspartner
Laufzeit
2013 –
Beschreibung
Individuelle Coping-Strategien im Umgang mit Herausforderungen im Alltag werden früh geprägt, im Idealfall gefördert und weiterentwickelt. Viele Kinder und Jugendliche erleben allerdings das schulische Umfeld und das Lernen als stark belastend. Auch für Studierende und Erwachsene im Berufsleben sind persönliche Coping-Strategien wichtige Gesundheitsressourcen. Die frühe Entwicklung und potentielle Förderung von Resilienz ist eine Grundlage für physische, psychische und sozio-emotionale Gesundheit und Lernen, und ist jedenfalls gesellschaftlich relevant.

** Sozialpädagogische Grundlagen:
Wirksame Ressourcen werden durch tierische Begleiter bei Kindern und Erwachsenen beobachtet. Die Förderung von Mensch-Natur-Beziehungen ist auch in den Lehrplänen aller Schulstufen ein fächerübergreifendes Bildungsziel im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung, i.e. SDGs. Tiergestützte Interventionen werden gezielt im Kontext von bindungsgeleiteter Pädagogik eingesetzt. Die Wirksamkeit solcher Interventionen ist belegbar und wird oft mit der Biophilie als Basis und der Du-Evidenz erklärt. Biophilie ist das dem Menschen universell angeborene Interesse für lebende Organismen und naturnahe Umgebungen. Wenig empirische Belege gibt es für die dahinterliegende Ontogenie und Mechanismen, wie z. B. physiologische Prozesse sowie zum Potential von Bindungsoffenheit.

** Coping und Flexibilität:
In seltenen Längsschnittstudien wurden die potentiellen Auswirkungen familiärer Bedingungen während des frühen Aufwachsens (Krieg und Hunger) auf die Entwicklung von Verhalten und Resilienz an Menschen beobachtet. Kontrollierte Studien mit Menschen sind ethisch limitiert und daher selten. Allerdings können mithilfe von Experimenten an Tiermodellen wichtige Erkenntnisse für die Bedingungen von Resilienz und Lernen ergänzt werden (zB soziale Kompetenzen, Verhalten, stress coping). Fischer et al. (2024; 2025) zeigen in Experimenten mit hochsozialen Buntbarschen, dass Resilienz – zusätzlich zu früh geprägten „sozialen Wurzeln“ – laufend Energiereserven benötigt und, dass Verhaltensflexibilität und Lernen nicht durch die Häufigkeit von Stress-Ereignissen beeinflusst wird, sondern durch die Fähigkeit zum zeitnahen Beenden von Stressreaktionen („stress recovery“).

** Mechanismen bindungsgeleiteter Pädagogik:
Stress recovery wird bei Menschen auch durch Musik erreicht, wir hören Musik zur Entspannung und Musik wird auch in therapeutischen Kontexten eingesetzt. Es ist allerdings auch hier wenig untersucht, welche Mechanismen die Wirkungen von Musik auf die subjektiv erlebte Stressbelastung erklären und die technische Umsetzung solcher Studien ist komplex. In ersten Experimenten beobachteten wir zuletzt effektivere Stress-Regulation (i. e. RMSSD) bei aktiv musizierenden Probanden als beim passiv Musikhören.
Ein weiterer Fokus ist die potentielle verhaltensphysiologische Synchronisation zwischen Lehrperson und Schüler*in. Die Synchronisation wird oft als Indikator für Bindungsoffenheit genannt, auch wenn derzeit noch unklar ist, welche Regulationsmechanismen hier wirken. Eine erste Einzelfallstudie zeigte synchrone HR-Muster zwischen Lehrperson und Schüler während rhythmischer Interventionen im pädagogischen Kontext. In einem quasi-experimentellen Ansatz werden nun diese Wirkungen auf die HR und HRV von Lehrperson und Schüler*in an einer größeren Stichprobe überprüft.

*** Erträge für die Praxis:
a.) Grundlagenverständnis für die Entwicklung persönlicher Ressourcen und der komplexen Wechselwirkungen zwischen Stress und Lernen
b.) Empirische Evidenzen für den gezielten Einsatz von tiergestützter Pädagogik zur Förderung von Resilienz und Lernen
c.) Evidenzbasierte Empfehlungen für bindungsgeleitetes Musizieren zur Förderung von Resilienz und Coping in der Inklusiven Pädagogik.

Beschreibung (engl.)
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Bericht

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Pädagogische Hochschule Oberösterreich
Sprache
Projektleitung gesamt
Hirschenhauser, Katharina Maria; HS-Prof. Mag. Dr. Prof.
Projektleitung intern
Hirschenhauser, Katharina Maria; HS-Prof. Mag. Dr. Prof.
Interne Projektmitarbeiter/innen
Externe Projektmitarbeiter/innen
Kooperationspartner
Laufzeit
2021 – 2025
Beschreibung
Der Ansatz der bindungsgeleiteten Interventionen ist vielversprechend und für (darin ausgebildete) Pädagog*innen in der Praxis realisierbar. Zunehmend werden auch empirische Arbeiten zur Wirksamkeit dieser Arbeitsweise verfügbar. In der Fachliteratur zur bindungsgeleiteten Pädagogik bisher noch wenig belegt ist die Synchronisation zwischen Agierenden als Indikator für Bindungsoffenheit und die Nachhaltigkeit von Wirkungen im sozio-emotionalen und bildungsrelevanten Kontext.
In den Teilprojekten werden zweierlei Interventionsarten (rhythmisch und hundegestützt) auf der Ebene der physiologischen Mechanismen von Bindungsoffenheit, und die Nachhaltigkeit der Wirkungen bindungsgeleiteter Arbeit auf das Erleben und Verhalten von Jugendlichen auf ultimater Ebene untersucht. Das vorliegende Projekt soll praxisrelevante Daten und Erkenntnisse zu bisher offenen Fragen generieren.
Beschreibung (engl.)
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