Um in einem Professionalisierungsprozess die Perspektive der Schülerinnen und Schülern mit der Selbsteinschätzung der Lehrkraft vergleichen zu können ist es eine Bedingung, dass Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung dasselbe messen. Erst wenn dies gegeben ist, kann der Vergleich der beiden Einschätzungen aussagekräftig sein und zur persönlichen Weiterentwicklung herangezogen werden. Das Forschungsprojekt greift diese messtheoretische Voraussetzung auf und stellt die Frage: Können Lehramtsstudierende und im Beruf stehende Lehrkräfte die Selbsteinschätzungen der eigenen Klassenführung direkt mit den Einschätzungen durch Schülerinnen und Schülern vergleichen, oder sind Unterschiede in den Einschätzungen behaftet mit einem Bias in der Messung?
PL (2018 – 2023): HS-Prof. Priv.-Doz. Mag. Dr. Georg Krammer
Die Untersuchung erfolgt mithilfe der Methoden der Aktionsforschung (Posch & Altrichter, 2007). Ausgehend vom Forschungsproblem werden spezifische Daten zum Thema ganzjährige Berufspraxis in der Polytechnischen Schule Gratkorn erhoben. Befragt werden die Schulleitung, die Lehrenden, Schülerinnen und Schüler sowie Unternehmen, welche Praktikumsplätze anbieten, und Jugendcoaches. Die Daten werden laufend und im Prozess sukzessive analysiert und interpretiert, die Erkenntnisse werden unmittelbar in den schulpraktischen Alltag implementiert.
Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit dienen einerseits dazu, geforderte Kompetenzen zu identifizieren, Veränderungsprozesse auszulösen, um Schülerinnen und Schülern nachhaltig zu unterstützen, erfolgreich in das Berufsleben einzusteigen. Andererseits soll dadurch die Qualitätssicherung im Bildungsmanagement der Pädagogischen Hochschule gefördert werden, indem das Ausbildungs- und Fortbildungsangebot zur effizienten Vermittlung von Kompetenzen für Lehrende weiterentwickelt wird.