Projektdetails
Die offizielle Vertretung der oberösterreichischen Moscheegemeinden, die Islamische Religionsgemeinde OÖ (IRG OÖ), war von der Notwendigkeit der Studie überzeugt und agierte kooperativ und konstruktiv. Neben der Forscher:innengruppe gab es einen Beirat, – bestehend aus Vertretern der Forschenden, der Landesregierung und der islamischen Glaubensgemeinschaft, – der für Reflexion und dem Informationsaustausch installiert wurde. Der Studienleiter, Hochschulprofessor Dr. Thomas Schlager-Weidinger von der PHDL, sieht nicht nur im Forschungsobjekt, sondern auch in dieser partizipativen Zugangsweise das Besondere und Neue. Gerade auch, weil die IRG OÖ Konsequenzen aus dieser Studie zu ziehen hat, ist diese informelle Einbindung von Bedeutung.
Schlager-Weidinger fasst die Studie wie folgt zusammen: Die Moscheegemeinden folgen einer jahrhundertelangen Tradition, Kindern die wesentlichen Praktiken für die aktive Teilnahme am Gottesdienst und für die islamische Lebensführung wie Beten und Fasten zu vermitteln. Die Rezitation des Korans als schriftgewordenes Wort Gottes steht dabei im Zentrum. Auch die Vermittlung der Herkunftskultur, der Muttersprache sowie sozialer und ethischer Werte sind bedeutsam. Zu einigen Punkten gibt es konkrete Empfehlungen an die Islamische Glaubensgemeinschaft, etwa zur pädagogischen Aus- und Fortbildung der Lehrenden, zu Transparenz und Kontrolle sowie zu den Unterrichtsmaterialien. Der Terminus „Koranschule“ ist nicht nur negativ belegt, sondern ist für diese Art der religiösen Unterweisung falsch. Koranschulen sind theologische Ausbildungsstätten für Erwachsene, während der Moscheeunterricht für Kinder und Jugendliche (ähnlich dem Erstkommunion- und Firmunterricht) gedacht ist.