Lokale Varietäten und Hochdeutsch im Schulunterricht der deutschen Sprachinseln in der Region Friaul Julisch Venetien (Italien)

Projektdetails

Hochschule
Pädagogische Hochschule Kärnten
Sprache
Projektleitung gesamt
Finco, Franco; HS-Prof. Univ.-Prof. Dr.
Projektleitung intern
Interne Projektmitarbeiter/innen
Isak, Gabriele; Mag. Prof.
Externe Projektmitarbeiter/innen
Fusco, Fabiana; Prof. Dr. DILL
Melchior, Luca; Prof. Dr.
Menegale, Marcella; Dr.DSLCC
Kooperationspartner
Laufzeit
2021 – 2024
Beschreibung
Dieses Forschungsprojekt wird im Rahmen des fachlichen Kompetenzschwerpunkts (vgl.: Profilgebende Schwerpunkte der PHK im ZLP 2022-2024 – in Arbeit) für den Bereich „Mehrsprachigkeit und transkulturelle Bildung“ eingereicht. Darin wird gegenwärtig (Stand 3.3.2021) bis 2024 folgendes Ziel angestrebt: „Eine wissenschaftliche Grundlage zur Didaktik im Bereich des Erlernens von Minderheitensprachen liegt vor“.
Das grenzüberschreitende Forschungsprojekt bietet die Möglichkeit, die PH Kärnten in diesem Bereich unter besonderer Berücksichtigung der „Sprachdidaktik von Minderheitensprachen“ ins Zentrum der wissenschaftlichen Auseinandersetzung zu setzten, denn für den Bereich der Didaktisierung von Minderheitensprachen im schulischen Kontext liegen kaum Forschungsergebnisse vor.
Dies Projekt konzentriert sich insbesondere auf den Unterricht in den Varietäten der Sprachinseln, dh der äußerst begrenzten Sprechergemeinschaften, die spezifische sprachliche und didaktische Bedürfnissen haben.
Projektverlauf:
1. Exemplarische Forschungsarbeit am Beispiel der deutschen Sprachinseln in Friaul Julisch Venetien
2. Publizieren der Ergebnisse
3. Schaffen eines Transfers der Arbeitsergebnisse für weitere Sprachinseln in der Alpen-Adria Region (oder darüber hinaus).

Dieses Projekt befasst sich mit dem Unterricht lokaler deutscher Varietäten, die in den deutschen Sprachinseln in Friaul Julisch Venetien gesprochen werden: Plodn/Sappada, Zahre/Sauris und Tischlbong/Timau. Diese Sprachinseln am Südhang der Ostalpen stammen aus einer Besiedelung, die im 12. und 13. Jahrhundert stattfand.
Mit dem italienischen Staatsgesetz 482/1999 wurden die Rechte autochthoner Sprachgruppen in Italien anerkannt und die Förderung ihrer Sprachen – unter anderem durch die Einführung in den Schulunterricht – zum Gesetzesziel erhoben.
Aufgrund ihrer Isolation und geografischen Lage ist diesen Sprachinseln eine schwache bis gar keine sprachlich-kulturelle Orientierung am deutschsprachigen Raum, was dazu geführt hat, dass die jeweils gesprochene Sprache einerseits sehr archaisierend, andererseits von den sie umgebenden romanischen Varietäten beeinflusst ist, welche auch als High-Varieties dien(t)en, während die lokale deutsche Varietät der umgangssprachlichen Familien- und Dorfkommunikation vorbehalten war/ist und außer für eigenbezogene Themen kaum verschriftlicht war/ist.
Darüber hinaus sind diese deutschen Sprachinseln eine Sprachminderheit innerhalb einer anderen Sprachminderheit, der friaulischen, zu der enge Beziehungen bestehen. Diese Tatsache stellt sich als Herausforderung bei der Umsetzung des Schulunterrichts.

Beschreibung (engl.)
URL
Bericht