Projektdetails
Maitz, Katharina; / Universität Graz
Ausgehend von der theoretischen Grundlegung nach Fischer (2008), die fünf verschiedene Stile des Mentorings postuliert, das sind Letting go, Active listening, Advising, Prescribing und Cooperating, als auch dem Mentoring Style Inventory der Southeast Ohio Teacher Development Collaborative (2013), das vier Dimensionen umfasst, das sind Directiveness, Collaborativeness, Convergence, Openess, ist es Ziel des Forschungsvorhabens, ein Inventar in deutscher Sprache zu entwickeln, das als standardisiertes evidenzbasiertes diagnostisches Hilfsmittel objektivierte Feedbackmöglichkeiten für die handelnden Personen in Mentoringprozessen bietet. Das Inventar sollte das Potential haben, wesentliche Dimensionen des Mentorings zu identifizieren und eine Diagnose des Ausprägungsgrades einzelner Stile zu ermöglichen. Es wird dadurch zu kritischer Selbstreflexion angeleitet und so zu einem differenzierten reflexiven Dialog zwischen Mentorinnen bzw. Mentoren und Mentees angeregt.
Das Forschungsdesign ist quantitativ angelegt (multivariate quantitative Analysen mit dem Schwerpunkt auf Faktoren- und Clusteranalyse), wird aber durch die Beantwortung offener Fragen durch qualitative Auswertungen ergänzt. Die Stichprobe setzt sich aus Praxislehrer/innen, Mentorinnen bzw. Mentoren aller drei Pädagogischer Hochschulen, KPH Graz – PHSt – PHB, sowie Studierenden derselben zusammen.
Die Ergebnisse sind vor dem Hintergrund der PädagogInnenbildung NEU als besonders aktuell und relevant anzusehen, da Mentorinnen und Mentoren in Ausbildung und Induktion eine zukunftsweisende Schlüsselrolle einnehmen werden. In ihrer Funktion und in ihrem Aufgabenspektrum sind entscheidende Entwicklungspotenziale für Schule und Unterricht sowie Personal und Bildungsorganisation verankert. Das entwickelte Instrumentarium und die Erkenntnisse dieses Forschungsprojekts können darüber hinaus für weitere Forschungszwecke im Bereich des Mentorings Verwendung finden.
Die Ergebnisse beinhalten Vorschläge zur Veränderung von Rahmenbedingungen, zu Arbeitsbedingungen und personalen Ressourcen. Es wurde aufgezeigt, dass die Passung zwischen schulischen Lernumgebungen und entwicklungsspezifischen Bedürfnissen von Schüler/innen im Laufe der Zeit weniger gut zu gelingen scheint, denn im Schnitt war eine negativere Tendenz in Bezug auf Lernfreude und schulbezogenes Kohärenzerleben sichtbar. Es kommt zu einem Absturz der „lern.gesundheit“ in der Pubertät: Freude am Schulbesuch und Zufriedenheit sinken innerhalb eines Jahres deutlich; die Wahrnehmung von Lernumwelten wird vonseiten der Schüler/innen kritischer. Die Online-Befragung der Klassen- und Schulsprecher/innen der Sekundarstufe II zeigt, dass in der Schule deutlich eingeschränkte Partizipationsmöglichkeiten wahrgenommen werden. Zusammenfassend konnten Impulse in Form von folgenden Handlungsfeldern gegeben werden: Personale Kompetenzen und Ressourcen stärken und Schüler/innen einbeziehen. Lernen und Lehren in den Brennpunkt einer gesunden Schule rücken. Strukturen aufbrechen und Räume zum Lernen, Bewegen und Entspannen bieten. Innere und äußere Vernetzung von Unterstützungssystemen fördern.
Erste Thesen: Schüler/innen mit nichtdeutscher Muttersprache erreichen vermehrt die Unterrichtsziele nicht. Schüler/innen mit nichtdeutscher Muttersprache sind mehrheitlich in Schulformen vertreten, die niedrigere formale Abschlüsse vergeben. Es gibt Unterschiede zwischen Klassen mit vielen bzw. wenigen Migrantenkindern bezüglich Mobbing- und Gewaltverhalten. Bildungsberatung erreicht Schüler/innen mit Migrationshintergrund weniger als Schüler/innen ohne Migrationshintergrund.
Erste Ergebnisse aus der Befragung von zehn BMHS-Direktoren/innen: Jugendliche mit nichtdeutscher Muttersprache befinden sich eher in den BMS als in den BHS. Man erlebt die Schüler/innen mit nicht deutscher Muttersprache kaum als Ressource, sondern es wird von ihnen erwartet, sich in das vorhandene System einzugliedern. Selektionsmaßnahmen (z.B. Aufnahmetests, Aufnahmegespräche) führen dazu, dass Schüler/innen mit nichtdeutscher Muttersprache schlechtere Chancen haben, in höhere Schulformen zu gelangen. Der Großteil der Direktoren/innen wusste wenig über Problematiken an ihren Schulen zu berichten.
Folgende Problemstellungen sind von zentralem Interesse:
• Was sind Elemente eines technisch orientierten Unterrichts, die die Neugierde der Schüler/innen wecken und motivierend für weitere Aktivitäten im technischen Kontext wirken?
• Welche didaktischen Konzepte fächerverbindenden Unterrichts zur Technikbildung führen zur Entwicklung von technischen, mathematisch-naturwissenschaftlichen und sprachlichen Kompetenzen?
• Welche Komponenten instruktionellen und unterstützenden Vorgehens durch die Lehrperson sind beobachtbar?
• Was sind die besonderen Herausforderungen (Hindernisse) für die Organisation eines Unterrichts, der Technikbildung in den MNT-Fächern verbindet?
Forschungsdesign: Zunächst werden Materialien zu Technikbildung im MNT-Fächerverbund der Grundschule entwickelt; es folgt die Erprobung der fächerverbindenden Unterrichtsmodelle in sechs Klassen mit anschließender Datenanalyse zu schriftlichen und mündlichen Aussagen sowie den Aufzeichnungen in Bild und Ton. Schließlich werden in der Disseminationsphase die Ergebnisse und abgeleiteten Erkenntnisse an adäquater Stelle präsentiert und veröffentlicht.
Nutzen und Verwendung/Zukunftsperspektiven:
Technikbildung als Faktor der Persönlichkeits- und Gesellschaftsbildung; Technikbildung im Fächerverbund nutzt vernetztes Denken und Handeln.
Die spezifischen Forschungsfragen lauten wie folgend:
• Was sind Elemente eines technisch orientierten Unterrichts, die die Neugierde der Schüler und Schülerinnen wecken und motivierend für weitere Aktivitäten im technischen Kontext wirken? Lassen sich diesbezüglich Unterschiede zwischen Mädchen und Buben feststellen?
• Welche didaktischen Konzepte fächerverbindenden Unterrichts zur Technikbildung führen zur Entwicklung von technischen, mathematisch-naturwissenschaftlichen und sprachlichen Kompetenzen? Welche geschlechtsspezifischen Maßnahmen sind im Rahmen von Unterrichtsgestaltung zu berücksichtigen?
• Welche Komponenten instruktionellen Vorgehens durch die Lehrperson sind in der Phase der Problemstellung sowie in der Phase des Reflektierens und Transferierens beobachtbar? Inwiefern wird bei Konstruktion und Instruktion auf geschlechtsspezifische Herausforderungen Bezug genommen?
• Welche Komponenten der Unterstützung unterrichtlicher Lernprozesse sind in Phasen der selbstständigen Schüler/innen-Arbeit seitens der Lehrperson beobachtbar? Welche geschlechtsspezifischen Lösungsansätze und Umsetzungsstrategien sind in diesen Phasen beobachtbar?
• Was sind die besonderen Herausforderungen (Hindernisse) für die Organisation eines Unterrichts, der Technikbildung in den MNT1-Fächern verbindet?