Dieses Projekt füllt ein Forschungs- und Entwicklungsdesiderat, insofern grundlegende bzw. einführende religionspädagogische und -didaktische Literatur für das Fach katholische Religion zumeist auf die Sekundarstufe fokussiert. Zudem wurde bis dato – bis auf wenige und vereinzelte Artikel – der spezifisch österreichische Kontext hinsichtlich religionsdidaktischer Fragestellungen und Grundlegungen für die Primarstufe nur wenig reflektiert und thematisiert. Vor diesem Hintergrund fokussiert das vorliegende Handbuch auf den katholischen Religionsunterricht in der Primarstufe in Österreich. Gewährleistet ist damit zum einen der Bezug auf die österreichischen schulischen Gegebenheiten (z. B. Recht) und auch – durch die Kooperation der oben benannten Hochschulen – die Beachtung der unterschiedlichen Kontexte und regionalen Bedarfe in den österreichischen Diözesen.
Das Handbuch zielt mit dieser Anlage auf die Professionalisierung von Religionslehrer:innen in der Primarstufe (Stichwort: „Berufshandlungsfähigkeit“) und leistet damit einen Beitrag zur (weiteren) Qualitätsentwicklung religiöser Bildung im schulischen Kontext Österreichs – dies ist vor allem in Zeiten der sich zunehmend diversifizierenden Ausbildungswege von hoher Relevanz. Primär orientiert am Recht des Kindes auf qualitätsvolle religiös-spirituelle Bildung und informiert durch den aktuellen religionspädagogischen bzw. -didaktischen Diskurs ebenso wie durch Erkenntnisse aus der Professionalitätsforschung soll der vorliegende Band Lehramtsstudierende wie auch bereits in der schulischen Praxis tätige Lehrer:innen dabei unterstützen, religiös-spirituelle Bildung-, Lehr- und Lernprozesse in der Primarstufe professionell zu planen und umzusetzen. Hochschullehrende an den Aus-, Fort- und Weiterbildungsinstitutionen unterstützt das Handbuch bei der Vermittlung theologisch-religionspädagogischer Kompetenz.
Hypothese
Ein an den Kindern orientierter schulischer Religionsunterricht kann in der verantworteten Verknüpfung von religionspädagogischen Theorien, Theologie und diversen didaktischen Zugängen plausibel und verständlich angeregt und durchgeführt werden.
Ein Mangel an sprachlichen Kompetenzen wirkt sich nicht nur nachteilig auf eine erfolgreiche Schullaufbahn aus, sondern auch auf die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben (Gebhardt et al., 2013, S. 306). Erfolgt der Erwerb der deutschen Sprache bei Kindern mit einer anderen Erstsprache erst spät, dann haben diese eher schlechtere Leistungen in ihren Lese- und mathematischen Kompetenzen als Schüler*innen mit deutscher Erstsprache (Müller & Ehmke, 2013, S. 271-272). Der Sprachförderbedarf wird jedoch nicht nur bei Kindern mit einer anderen Erstsprache konstituiert, sondern auch zu einem wesentlichen Teil bei Kindern mit deutscher Erstsprache (Wendt et al., 2012, S. 24 ). Unter Heranziehung des Beobachtungsbogens BaSiK (Begleitende alltagsintegrierte Sprachentwicklungsbeobachtung in Kindergarteneinrichtungen) von Zimmer (2019, S. 9) wird von einer Perspektive auf das Kind als soziales, in Bewegung seiendes und „von Anfang an aktiv lernendes, kompetent handelndes Wesen“ ausgegangen. Damit verbunden ist ein Bildungsbegriff, der Bildung als sozialen Prozess im Kontext der „sozialen, dinglichen und kulturellen Umgebung“ beschreibt (Zimmer, 2016; zit. n. Zimmer, 2019, S. 10). Diese Prämissen korrelieren mit der Auffassung von „Sprache als Schlüsselkompetenz“ und Sprachentwicklung als Erweiterung des eigenen Bewegungsradius sowie als Vorantreiben des eigenen Bildungsprozesses (ebd.). Das Projekt geht folgenden Fragen mittels einer Langzeitstudie nach: (1) Inwieweit können (DaZ-)Eltern von den (digitalen) W&L-Materialien profitieren bzw. die Kinder zuhause unterstützen? Wie beurteilen sie die Bedeutung der Sprachförderung ihres Kindes in elementaren Bildungs- und Betreuungseinrichtungen?
(2) Wie wirkt der Einsatz von „Wort- und Laut Detektive“ auf die Sprachentwicklung von Kindern in elementaren Bildungsinstitutionen? (3) Fördert der Einsatz von „Wort- und Lautdetektiven“ die alltagsintegrierte Sprachbildung und -förderung? (4) Erleben sich Elementarpädagoginnen kompetent für die Sprachförderung von Kindern mit DaZ?