Im Projekt werden acht Schulen in den Blick genommen, die sich Begabungsförderung gemäß dem Grundsatzerlass als programmatisches Ziel gesetzt haben. Neben Videographien zur Unterrichtsrekonstruktion werden Einzelinterviews mit Schulleiter_innen, Qualitätsbeauftragten (SQA/QIBB) und Lehrer_innen sowie erweiternd Gruppeninterviews mit Schüler_innen durchgeführt, um folgende Fragestellungen zu beantworten:
1. Wie wird Begabungsförderung an den Schulen verstanden und welche Motive haben die Schulen bewegt, diesen Schwerpunkt zu etablieren?
2. Inwiefern sind die genannten Vorstellungen von Begabungsförderung und deren konkrete Umsetzung pädagogisch legitimierbar?
Die Daten werden mittels dokumentarischer Methode (Bohnsack 2003) und objektiver Hermeneutik (Oevermann 2008) analysiert und mit Schulprofilen und SQA/QIBB-Papieren kontrastiert.
Mit diesen grundsätzlichen Fragestellungen werden heutzutage mehr als je zuvor sowohl Eltern und Pädagog_innen als auch Lehrende der Pädagogischen Hochschulen konfrontiert. Die vermutlich sekundäre Frage des Populismus als marginales Phänomen des politischen und institutionellen Lebens wandelt sich unter dem wachsenden Druck der antidemokratischen und diversitätsfeindlichen Kräfte in eine Frage, die das Wesen ihres Berufs selbst sowie ihres Bildungsauftrags angeht. In Hinblick auf diese soziopolitischen Entwicklungen und das Selbstbild von Diversitätspädagogik als handlungsbezogene Wissenschaft muss es für ein Kompetenzzentrum für Diversitätspädagogik an einer Pädagogischen Hochschule ein zentrales Anliegen sein, Nationalpopulismus und seine Auswirkungen auf den Bildungsbereich wissenschaftlich zu untersuchen. Dabei sollen im Zusammenhang mit Nationalpopulismus historische, politische, bildungssoziologische bzw. bildungswissenschaftliche länderspezifische und auch Medienbezogene Inhalte mit dem Themenfeld Bildung verknüpft und diskutiert werden.
Auf diese Weise möchten wir internationale Forschungsergebnisse zum Thema „Nationalpopulismus und Bildung“ austauschen und sammeln. Die durch diesen Wissensaustausch entstehende Publikation soll Anregungen für den Bildungssektor insgesamt bieten.
Die Ergebnisse aus Phase A belegen erstens, dass zwischen Selbstwirksamkeit und Lehrer-Selbstwirksamkeit statistisch relevante Zusammenhänge bestehen. Zweitens haben, bezogen auf die Selbsteinschätzungen, Selbstwirksamkeit und Lehrer-Selbstwirksamkeit Einfluss auf eine erfolgreiche Klassenführung. Andererseits wird dieser Einfluss durch die Fremdeinschätzungen (externe EvaluatorInnen) in Phase A nicht bestätigt (Seethaler, 2012; 2017). Ziel der Untersuchung in Phase B ist es, zu überprüfen, inwieweit sich die Merkmale Selbstwirksamkeit, Lehrer-Selbstwirksamkeit sowie weitere Persönlichkeitsmerkmale in den ersten Berufsjahren verändert haben und welchen Einfluss diese Dispositionen im Berufsfeld auf eine erfolgreiche Klassenführung (Selbst- und Fremdeinschätzungen) ausüben. Zusätzlich wird, um die Parameter erfolgreicher Klassenführung noch stärker zu differenzieren, das „Pädagogische Unterrichtswissen” (PUW – König & Blömeke, 2010) sowie das „Lehrerwissen über Klassenführung“ (Kurz & Lenske, 2016) erhoben, um zu beforschen, inwieweit dieses die Klassenführungsqualitäten in der Selbst- und Fremdeinschätzung mittels Linzer Diagnosebogen zur Klassenführung (LDK) (Mayr, Eder, Fartacek & Lenske, 2013) beeinflusst. Dazu werden wieder, neben den Selbsteinschätzungen, für die Fremdeinschätzungen zur Klassenführung die SchülerInnen einbezogen. Des Weiteren ist es Ziel, qualitativ zu erheben, wie die Inhalte und die Qualität des Lehramtsstudiums seitens der Befragten retrospektiv bewertet werden und welche Parameter für die Entwicklung ihrer Klassenführungsqualitäten verantwortlich gemacht werden können.
Das Projekt „Validierung Eignungsverfahren II (VAEV II)” bezieht sich auf Phase B (2017-2022), in welcher die Probandinnen und Probanden aus Phase A (2010-2015) mit Studienbeginn 2010/11 (N=314) weiterführend im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit als Lehrperson wissenschaftlich begleitet werden. Die Ergebnisse aus Phase A (Lehramtsausbildungszeit 2010-2015) belegen dem eingesetzten Aufnahmeverfahren eine zufriedenstellende Prädiktorqualität. Nun wird untersucht, inwieweit diese Ergebnisse auch für die Bewährung im Berufsfeld Gültigkeit haben. Das dahinterliegende Untersuchungsdesign umfasst zum einen die Daten aus Phase A zum anderen werden erneute Erhebungen zu zwei Messzeitpunkten (2017 und 2020) mit je neun Instrumenten durchgeführt. Des Weiteren wird mit Hilfe einer qualitativen Untersuchungsmethode erhoben, auf welche Kriterien die ehemaligen Lehramtsstudierenden retrospektiv ihre Entwicklung im erfolgreichen pädagogischen Handeln zurückführen. Die Ergebnisse aus dieser Studie ermöglichen durch das längsschnittliche Design, welches die gesamte Studienzeit als auch eine mehrjährige Berufserfahrung umfasst, entsprechende Rückschlüsse auf die Prädiktorqualität des Aufnahmeverfahrens sowie auf die Qualität der Ausbildung hinsichtlich der Berufswährung. Dementsprechend werden neben den Selbsteinschätzungen wiederum Fremdeinschätzungen zur Erfassung des erfolgreichen pädagogischen Handelns in die Untersuchung aufgenommen.
In diesem Spannungsfeld setzt das vorliegende Projekt an und soll Studierende befähigen, ihre Reflexionskompetenz zu entwickeln und ihren Lehrkompetenzaufbau selbstständig in die Hand zu nehmen. Dazu bedarf es einer didaktischen als auch organisatorischen Vorgehensweise, wie die Erfahrungen und Erkenntnisse in den Pädagogisch Praktischen Studien von den Studierenden dokumentiert und reflektiert werden können sowie einer technischen Lösung, wie diese Erfahrungen möglichst handhabbar für die gemeinsame Bearbeitung im Seminar verfügbar gemacht werden können.
Das Gesamtprojekt verfolgt zwei Erkenntnisinteressen. Zum einen zielt es auf die Überprüfung der Handbarkeit des Modells ReflexionPPS (Hilzensauer, 2017) im Rahmen der Pädagogisch-Praktischen Studien an der PH-Salzburg Stefan Zweig ab, zum anderen wird die Entwicklung der Reflexionskompetenz und damit einhergehend die eigenverantwortliche Übernahme der Lehrkompetenzentwickung der Studierenden mit dem Tool E-Portfolio wissenschaftlich begleitet.
Die Begleitforschung erstreckt sich über einen Zeitraum von vier Jahren, um den Einfluss des Lernangebots (Reflexionsmodell) auf die Reflexionskompetenz der Studierenden in der Praxis verifizieren zu können. Sie ist als Mixed-Method-Design konzipiert. Der Studie liegt das Design einer quasiexperimentellen Interventionsstudie mit Prä- Post-Design mit einer Experimentalgruppe (EG) und einer Kontrollgruppe (KG) zugrunde. Bei drei Messzeitpunkten der Interventionsstudie findet eine qualitative Erhebung in Form von „reflection papers“, die mit der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet werden, statt. Beim quantitativen Ansatz wird das standardisiertes Testverfahren ISK-360° (Inventar zur Messung sozialer Kompetenzen in der Eigensicht) eingesetzt.
Den Ausgangspunkt für die gegenständliche Forschungsarbeit bildet dabei die Tatsache, dass der VERBAND DER CHEMIELEHRERINNEN ÖSTERREICHS (VCÖ) ein Experimentierset für Volksschulen entwickelt hat. Dieses Materialiensets konnte dank Sponsorengelder an inzwischen mindestens 700 Österreichische Volkschulen vermittelt werden. Über den Impact dieser Materialien liegen viele Erfahrungsberichte, so wie ein explorative Studie (Freytag, 2008), vor. Eine systematische Beforschung der Verwendung der Materialien an den ausgestatteten Schulen steht bisher jedoch noch aus.
Die Forschungsarbeit gliedert sich in mehrere Abschnitte: Ein erstes Desiderat ist die Erhebung des Ist-Zustandes an jenen Schulen, die in den vergangenen Jahren ausgestattet worden waren. Die dabei erhobenen Ergebnisse sollen Hinweise liefern, wie es um die Akzeptanz der Materialien im Schulbetrieb bestellt ist. Weiters sollen die vorhandenen fachlichen Konzepte, aber auch Einstellungen und naturwissenschaftlichen Konzepte von im Dienst befindlichen VolksschullehrerInnen erhoben werden.
Basierend auf den hier zu Tage geförderten Evidenzen soll anhand einer Auswahl an inhaltlich zusammengehörenden Experimenten einerseits die Vermittlung in der Fortbildung optimiert, andererseits das Begleitmaterial zu diesen Experimenten modifiziert werden.
Die didaktische Aufbereitung für das jeweilige Experiment und einfach dargestellte chemische Hintergrundinformation zu den Experimenten, optimierte Arbeitsblätter für die Volksschulkinder und nicht zuletzt multimediale Repräsentationen zu Vorgängen auf der Teilchenebene sollen den VolksschullehrerInnen die Umsetzung des naturwissenschaftlich-chemischen Unterricht besser ermöglichen.
Die abschließende Untersuchung der Wirksamkeit dieser Intervention rundet dieses Projekt ab.
Die Erkenntnisse und Materialien aus diesem Projekt sollen auch einen wertvollen Beitrag in der Ausbildung der PrimarstufenpädagogInnen leisten.