Projektdetails
Klug, Julia Loretta; Dr.
Rogl, Silke; Mag. Dr. Prof.
Schmid, Florian; Mag.
(1) Gestaltung innovativer Lern-Lehr-Arrangements durch GW-Lehrkräfte gemeinsam mit GW-Fachdidaktiker*innen
(2) Entwicklung eines Evaluationsinstruments für Lehr-Lern-Arrangements zur ökonomischen Bildung inklusive der finanziellen Bildung
(3) Durchführung von fachdidaktischer Begleitforschung und Publikation der Forschungs- und Entwicklungsergebnisse in einschlägigen Journalen
Entsprechend der einzelnen Forschungsfragen kommen unterschiedliche Methoden zur Anwendung. Für die Forschungsfrage a) werden mit Hilfe der inhaltsstrukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse (Mayring 2008) zentrale Aspekte aus einer Umfrage herausgearbeitet und Tiefeninterviews (kommunikative Validierung) mit Fachdidaktiker*innen, Lehrpersonen, Stakeholder*innen und Studierenden geführt.
Für Forschungsfrage b) werden auf Basis hermeneutischer Analysen (Oevermann et al. 1979; Soeffner 1979) Guidelines zur Materialerstellung im Bereich „Geld und Finanzen“ erarbeitet. Diese sind die Basis für die Materialgestaltung von wirtschaftsbezogenen Lehr-Lern-Arrangements. Die schriftlichen Erfahrungen von GW-Lehrpersonen bei der Implementierung der Lehr-Lern-Arrangements werden mit Hilfe der inhaltsstrukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse auf Basis einer induktiven Kategorienbildung analysiert (Mayring 2008).
Die Forschungsfragen dazu lauten:
• Inwiefern sind zukünftige Geschichtslehrer/innen in der Lage historische Ereignisse und belegbare Aussagen aus Quellen durch Sinnbildung zu einer Geschichte zu verbinden und diese in historisch reflektierter Weise zu erzählen?
• Wie entwickeln sich ausgewählte Aspekte historischen Denkens bei Lehramtsstudierenden des Faches „Geschichte und Sozialkunde/ Politische Bildung“ über den Verlauf ihrer Ausbildung? Insgesamt liegen 178 Texte von Studierenden vor, die an diesen Studien teilnahmen. Die Dokumente wurden mittels qualitativer Inhaltsanalyse und MAXQDA bearbeitet.
Zwischen 2016 und 2019 wurden zwei Studien (je am Anfang und am Ende des Bachelorstudiums) mit insgesamt 178 Lehramtsstudierenden des Faches „Geschichte und Sozialkunde/ Politische Bildung“ sowie den Lehramtsfächern „Physik“ und „Chemie“ durchgeführt. Durch die gewählte Vergleichskohorte aus den Naturwissenschaften soll vor allem die Fachspezifik der der untersuchten Kompetenzen – im Hinblick auf das Schreiben derartiger Darstellungen – herausgestellt werden. Als Erhebungsinstrument wurden anstrukturierte Testaufgaben gestaltet, die per Paper & Pencil Methode von den Studierenden bearbeitet wurden. Die Probanden schrieben entlang einer vorgegebenen Aufgabenstellung und durch Einbeziehung von dem ihnen zur Verfügung gestellten Material je ein Essay (einen fachlichen Text unter Verwendung des Materials entlang der Fragestellung).
Zur Auswertung der Daten wurde der Zugang der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring und Kuckartz gewählt. (Kuckartz, 2018; Mayring, 2015) Die Analyse des gesamten Materials nach den zuvor festgelegten Kodiereinheiten erfolgte mithilfe des Programms MAXQDA (VERBI Software, 2017). Bei der Auswertung standen fachspezifische Aspekte im Mittelpunkt, die auf die Ausprägung der Kompetenzen historischen Denkens schließen lassen, welche in folgende 6 Kategorien unterteilt wurden: Kontextualisierung, Perspektivität, Fachsprache, Zeitlichkeit, Belegbarkeit und Materialbezug und Kohärenz.
Die Arbeit birgt somit auch die Chance zur Orientierung und Qualitätssicherung in der Lehrerausbildung. Auf Basis der vorliegenden Erkenntnisse können zentralen Herausforderungen aber auch offengelegte Lücken in der Ausbildung der zukünftigen Geschichtelehrer/innen, als auch ihr Umgang mit Geschichte diskutiert werden.
Die bundeslandübergreifende Längsschnittstudie untersucht
a. die Entwicklung der Berufswahlkompetenz, der Berufswahlklarheit und Lehrstellensuche von Schüler:innen an PTSn in vier Bundesländern Österreichs über das Schuljahr,
b. deren Zusammenhang mit Heterogenitätsmerkmalen
c. sowie die Nützlichkeit der schulischen Berufsorientierungsmaßnahmen an PTSn, insbesondere der curricularen Strukturmerkmale (z.B. Orientierungsphase, Schnupperpraktika, SEL-Gespräche) aus Sicht der Schüler:innen.
Die Ergebnisse sollen dazu dienen, das Potenzial der PTSn zur Unterstützung der Jugendlichen in der Berufsfindung zu reflektieren und Implikationen für die Weiterentwicklung der schulischen Berufsorientierung in den PTSn abzuleiten. Das längsschnittliche Design ermöglicht – im Vergleich zu Vorstudien in Kärnten (Telsnig 2020) und einem Evaluationsbericht (Bauer & Kainzmayer, 2017) – Erkenntnisse zur individuellen Entwicklung der Berufsfindung an PTSn nach Einführung des neuen Lehrplans.
Studiendesign
Die bundeslandübergreifende Längsschnittstudie ist als Kooperationsprojekt der Pädagogischen Hochschulen Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg und der Universität Jena geplant. Die Projektkoordination liegt bei der PH Oberösterreich. Die PHn sind insbesondere für die Datenerhebung in den Bundesländern verantwortlich. Der Lehrstuhl für pädagogische Psychologie an der Universität Jena ist als externer Kooperationspartner beim Einsatz und Weiterentwicklung eines Kurzfragebogens zur Berufswahlkompetenz.
Befragungen
An drei Erhebungszeitpunkten im Studienjahr 2022/23 (1. Schulwoche, im Halbjahr und in der vorletzten Schulwoche) sollen Schüler:innen an PTSn befragt werden. Es ist eine online-Befragung via Limesurvey vorgesehen (Dauer jeweils ca. 15 Minuten). Dabei wird u.a. ein Kurzfragebogen zur Berufswahlkompetenz in Anlehnung an das Thüringer Berufsorientierungsmodell (ThüBOM)) eingesetzt (Lipowski, Kracke & Kaak, 2021).
Stichprobe
Es werden sowohl eigenständige als auch an Mittelschulen angeschlossene PTSn (ungefähr im Verhältnis 2:1)) einbezogen. Aktuell gibt es in Kärnten (7 PTS), Oberösterreich (49 PTS), Salzburg (18 PTS) und Niederösterreich (58 PTS) Schulen. Der angestrebte Stichprobenumfang findet sich in der nachstehenden Tabelle (N: Anzahl befragter Schüler:innen).
Das geplante Projekt erforscht demnach die Einschätzungen der Lernenden und fragt danach, wie Mädchen in einer inklusiven Klasse der Sekundarstufe I ihre Lernerfahrungen in der Schule und ihre Zugehörigkeit zum Bildungsraum wahrnehmen, erleben – und ihn (auch dadurch?) gestalten.
Das Projekt ist als eine Langzeitstudie angelegt und umfasst die vier Schuljahre, in denen sich die Schülerinnen gemeinsam in dieser Schule bilden. Jedes Jahr findet eine Erhebungsphase statt. Unter Bezugnahme auf komplexe Materialien, die Sensitives implizieren, schreiben die Schülerinnen über ihre Lernerfahrungen (Hartnack 2019). Auch die Klassenlehrerinnen arbeiten mit dem Material und verfassen in jedem Jahr einen Text. Die Dokumente werden gesammelt und mithilfe der Metaphernanalyse (Johnson & Lakoff 1998) ausgewertet – jener Methode der Auswertung und Interpretation, die der Rede bzw. den Redewendungen zugrunde liegende Muster der Vorstellung und Wahrnehmung aufgespürt werden: Wie erleben die Schülerinnen ihren Bildungsraum? Wie verändert sich dieses Erleben – für jede einzelne Person bzw. für die Gruppe im Verlauf der vier Jahre?