Kategorie: Bildungsforschung

Projektdetails

Hochschule
Private Pädagogische Hochschule Linz
Sprache
Projektleitung gesamt
Dähling, Christoph;
Weinberger, Alfred; Mag. Dr.
Projektleitung intern
Weinberger, Alfred; habil. Mag. Dr.
Interne Projektmitarbeiter/innen
Externe Projektmitarbeiter/innen
Standop, Jutta; Univ. Prof.
Kooperationspartner
Universität Bonn
Laufzeit
2018 – 2019
Beschreibung
Im Kontext von Migrationsbewegungen nimmt die Heterogenität unter den Schülerinnen und Schülern zu. Die Förderung interkultureller und demokratischer Kompetenzen von Lehrpersonen ist ein wichtiges Ziel in der Lehramtsausbildung, damit Lehrpersonen befähigt werden, diese Kompetenzen auch bei ihren Schülerinnen und Schüler zu entwickeln (KMK, 2013). Effektive didaktische Ansätze zur Förderung interkultureller Kompetenzen gewinnen somit an Relevanz. Gleichfalls wird der Digitalisierung zur Unterstützung von Lernprozessen eine immer höhere Bedeutsamkeit zugemessen. Vor diesem Hintergrund besteht das Ziel des Projekts, die Methode des Problem-Based Learning (Reusser, 2005) auf der Basis virtueller Lernumgebungen als eine Möglichkeit zur Förderung interkultureller und demokratischer Kompetenzen zu untersuchen. Dabei wird bei diesem Projekt Interkulturalität auf zweifache Weise thematisiert. Einerseits lernen Lehramtsstudierende aus zwei unterschiedlichen Ländern (Deutschland und Österreich) gemeinsam und andererseits dienen Fallgeschichten mit interkulturellen Problemsituationen als Ausgangspunkt für das Lernen. Die Fragestellung lautet, ob durch ein virtuelles internationales problembasiertes Lernsetting interkulturelles Lernen ermöglicht werden kann. Die Hypothesen für die Pilotstudie lauten, dass demokratische Lernerfahrungen gefördert werden können (Hypothese 1) und die Lernenden allgemein positive Erfahrungen mit diesem Lernsetting machen (Hypothese 2).
Zur Hypothesenprüfung wurde ein quasi-experimentelles Untersuchungsdesign mit Prä- und Posttest (ohne Kontrollgruppe) angewendet. Datenerhebungsmethoden waren ein Fragebogen (Criteria for Inquiry Learning Inventory CILI, Reitinger, 2018) zur Erhebung demokratischer Lernerfahrungen, und eine offene Fragestellung, die sich auf die allgemeinen Lernerfahrungen bezog. Der CILI-Fragebogen besteht aus vier Dimensionen und wurde zu vier verschiedenen Messzeitpunkten während der Intervention eingesetzt, sodass Prozessdaten erhoben werden konnten. Die offene Fragestellung wurde inhaltsanalytisch ausgewertet. Als Fallgeschichten kamen selbst erlebte Problemsituationen der Lehramtsstudierenden aus ihrem Unterricht zum Einsatz, die in kleinen internationalen Lerngruppen nach der Methode des problembasierten Lernens bearbeitet wurden.
Die Ergebnisse zeigen, dass über die gesamte Intervention, die drei Wochen dauerte, ein hohes Maß an demokratischen Lernerfahrungen vorhanden war (5 < MCILI < 6 auf der sechsteiligen Ratingskala des CILI). Diese Lernerfahrungen erwiesen sich als äußert stabil und veränderten sich nicht während der Intervention, d.h. Hypothese 1 bestätigte sich nicht. Es konnte ferner festgestellt werden, dass die CILI-Dimension „Transfer des Gelernten“ geringere Mittelwerte aufwies als die übrigen Dimensionen. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass die allgemeinen Lernerfahrungen der Lehramtsstudierenden sehr positiv waren, insbesondere wurde das internationale Setting als bereichernd für die Ausbildung empfunden, d.h. Hypothese 2 konnte bestätigt werden Aus den Ergebnissen der Pilotstudie wird für die Weiterführung des Projekts in der aktuellen Studie eine Adaptation hinsichtlich der Steuerung des Lernprozesses und des Transfers des Gelernten durchgeführt. Den Lehramtsstudierenden wird noch mehr Freiheit eingeräumt, um demokratische Lernerfahrungen zu fördern und es wird eine Generalisation der Lernergebnisse durchgeführt, in der das Gelernte auf eigene Situationen übertragen wird. Darüber hinaus wird in der aktuellen Projektstudie eine Kontrollgruppe geführt, die aus nationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmern besteht.
Beschreibung (engl.)
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Hochschule
Private Pädagogische Hochschule Linz
Sprache
Projektleitung gesamt
Weinberger, Alfred; Mag. Dr.
Projektleitung intern
Weinberger, Alfred; habil. Mag. Dr.
Interne Projektmitarbeiter/innen
Externe Projektmitarbeiter/innen
Kooperationspartner
Laufzeit
2013 – 2019
Beschreibung
Professionelles pädagogisches Handeln zeichnet sich durch Entscheidungen aus, die auf der Basis von Professionswissen und einem Berufsethos gefällt werden. In der Lehrer/-innenbildung ist die Aneignung professionellen Wissens zentral, während die Entwicklung eines Berufsethos vernachlässigt wird. Die moralischen Aspekte sind in den Curricula kaum verankert. Es wird davon ausgegangen, dass sich das Ethos im Verlauf des Studiums von selbst entwickelt. Aktuelle Untersuchungen widersprechen dieser Annahme.

Es stellt sich die Frage, ob es möglich ist berufsmoralische Aspekte im Kontext wissensbezogener Lehrveranstaltungen zu integrieren. Es wird angenommen, dass das Lehr- und Lernmodell VaKE (Values and Knowledge Education) dazu beitragen kann. Auf der Basis sozialkonstruktivistischer Ansätze zum Lernen in der Erwachsenbildung in der Tradition des situierten Lernens von Lave und Wenger (1991), der situierten Kognition von Brown, Collins und Duguid (1989) und der Entwicklung ethischer Kompetenz nach Kohlberg (1984) erfolgt eine Modifikation von VaKE, welche den Anforderungen einer professionellen Ausbildung gerecht wird. Ausgehend von authentischen moralischen Fallgeschichten, das sind moralisch relevante herausfordernde Situationen aus der Unterrichtspraxis der Lehramtsstudierenden, werden sowohl professionelles Wissen angeeignet als auch die Entwicklung eines professionellen Ethos in Form von moralischer Urteilskompetenz gefördert. Das Ziel der Untersuchung liegt in der theoretischen und praktischen Ausdifferenzierung der Methode, sodass Erkenntnisse über förderliche Elemente als auch Schwierigkeiten und Probleme in der Durchführung gewonnen werden können.

Die Hypothesen lauten, dass beim Einsatz der modifizierten VaKE-Methode im Vergleich zu einer traditionellen Lehr- und Lernmethode 1) das moralische Urteil, 2) das moralische Handeln stärker gefördert und es Unterschiede in der Wahrnehmung 3) des Lernprozesses, 4) des Lernklimas und 5) des Lernergebnisses gibt.

Die Hypothesenprüfung erfolgt mittels eines quasi-experimentellen Untersuchungsdesigns mit Prä und Posttest und einer Kontrollgruppe. Nachträglich wird das Erleben der Studierenden erhoben. Die Teilnehmer/-innen der Untersuchung sind Lehramtsstudierende für Neue Mittelschulen der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz. Als Instrumente werden der moralische Urteilstest MUT (zur Erhebung der Urteilskompetenz), Fragebögen mit offenen Fragen (zur Erhebung der Anwendung moralischen Handlungswissens) und leitfadengestützte Interviews (zur Erhebung des subjektiven Erlebens) verwendet. Das moralische Urteil wird mit dem Moralischen-Urteils-Test erhoben. Berufsmoralisches Handeln wird über einen Fragebogen mit offenen Fragen zur Lösung von interpersonalen Konfliktsituationen gemessen.

Beschreibung (engl.)
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Private Pädagogische Hochschule Linz
Sprache
Projektleitung gesamt
Dähling, Christoph;
Standop, Jutta;
Weinberger, Alfred; Mag. Dr.
Projektleitung intern
Weinberger, Alfred; habil. Mag. Dr.
Interne Projektmitarbeiter/innen
Externe Projektmitarbeiter/innen
Kooperationspartner
Universität Bonn
Laufzeit
2019 – 2020
Beschreibung
Auf der Grundlage einer Pilotstudie (siehe Projekt „Förderung interkulturellen Lernens mit virtuellem Problem-Based Learning“) zielt das Projekt auf die Förderung interkultureller Kompetenzen bei Lehramtsstudierenden in einer problembasierten und virtuellen Lernumgebung. Die Hypothese lautet, dass bei einer Kooperation von Studierenden aus verschiedenen Kulturen interkulturelle Kompetenzen (interkulturelle Intelligenz, kritisches Denken) gefördert werden. In einem quasiexperimentellen Untersuchungsdesign lernen in der Experimentalgruppe Studierende der Universität Bonn mit Studierenden der PHDL in einem problembasierten virtuellen Lernsetting. In der Kontrollgruppe erfolgt keine binationale Kooperation. Abhängige Variablen sind interkulturelle Intelligenz, kritisches Denken und Lernerfahrung. Ausgangspunkt des Lernprozesses sind in beiden Untersuchungsgruppen selbst erlebte interkulturelle problematische Entscheidungssituationen (critical incidents). Datenerhebungsinstrumente sind die Cultural Intelligence Scale (CQS), virtuell erstellte Concept Maps und Logbooks.
Beschreibung (engl.)
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Private Pädagogische Hochschule Linz
Sprache
Projektleitung gesamt
Patry, Jean-Luc; Univ.Prof.
Projektleitung intern
Weinberger, Alfred; habil. Mag. Dr.
Interne Projektmitarbeiter/innen
Externe Projektmitarbeiter/innen
Kooperationspartner
Laufzeit
2015 – 2018
Beschreibung
A key issue in educators’ professionalism is their ability to apply scientific theories in their practice. However, as has been repeated over and over again there is a problem to do so. There are many reasons why a direct application of scientific knowledge (“theory”) in practice is im-possible. The research proposed here aims at further elaborating this theory of tact and testing hypotheses de-rived from this theory.The present project is the first attempt for a comprehensive theory-based empirical analysis of tact, which is highly needed given the importance of tact in professionalism.The proposal addresses a theory of the theory-practice relationship. The term theory is used here in two ways: There are theories about education that the practitioner might use in his or her practice about optimal actions to achieve educational goals), which will be called theories1. And there are theories that address the relationship between theories1 and practice, which will be called theories2. A theory of tact is a theory2. For the analysis of the relationship between theories1 and practice it is necessary to distinguish scientific and subjective theories1 (and theories2); the former are those developed and tested through re-search while the latter are those the practitioners use. Practice is defined as the attempt to achieve goals in single situations. In educational practice, at least one of these goals must be educational. Scientific theories1 cannot be translated directly into practice, among others, for several reasons (e.g.:Since theories1 are systems of statements, while practice is action, there cannot be a direct relationship). Tact has been very important in the German geisteswissenschaftliche Pädagogik, but it is also one of the most ambiguous concepts. One reason for this is that a comprehensive theory2 of tact is still missing. Our theory2 of tact it is already quite elaborated. Three general areas will be addressed: (1) a general list of elements, (2) the use of the CAPS theory1 and (3) the use of theories1. Two types of theory2 of tact are distinguished. The first is a micro-analytic theory2 in which the practitioner’s thoughts in actual practical contexts are addressed successively situation by situation The second is a macro-analytic theory2 whose content are general principles a practitioner defends; the relationship with concrete actions in practical contexts is limited. Based on the theory2 presented above, a tentative set of very general hypotheses is proposed
Beschreibung (engl.)
A key issue in educators’ professionalism is their ability to apply scientific theories in their practice. However, as has been repeated over and over again there is a problem to do so. There are many reasons why a direct application of scientific knowledge (“theory”) in practice is im-possible. The research proposed here aims at further elaborating this theory of tact and testing hypotheses de-rived from this theory.The present project is the first attempt for a comprehensive theory-based empirical analysis of tact, which is highly needed given the importance of tact in professionalism.The proposal addresses a theory of the theory-practice relationship. The term theory is used here in two ways: There are theories about education that the practitioner might use in his or her practice about optimal actions to achieve educational goals), which will be called theories1. And there are theories that address the relationship between theories1 and practice, which will be called theories2. A theory of tact is a theory2. For the analysis of the relationship between theories1 and practice it is necessary to distinguish scientific and subjective theories1 (and theories2); the former are those developed and tested through re-search while the latter are those the practitioners use. Practice is defined as the attempt to achieve goals in single situations. In educational practice, at least one of these goals must be educational. Scientific theories1 cannot be translated directly into practice, among others, for several reasons (e.g.:Since theories1 are systems of statements, while practice is action, there cannot be a direct relationship). Tact has been very important in the German geisteswissenschaftliche Pädagogik, but it is also one of the most ambiguous concepts. One reason for this is that a comprehensive theory2 of tact is still missing. Our theory2 of tact it is already quite elaborated. Three general areas will be addressed: (1) a general list of elements, (2) the use of the CAPS theory1 and (3) the use of theories1. Two types of theory2 of tact are distinguished. The first is a micro-analytic theory2 in which the practitioner’s thoughts in actual practical contexts are addressed successively situation by situation The second is a macro-analytic theory2 whose content are general principles a practitioner defends; the relationship with concrete actions in practical contexts is limited. Based on the theory2 presented above, a tentative set of very general hypotheses is proposed
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Hochschule
Private Pädagogische Hochschule Linz
Sprache
Projektleitung gesamt
Weinberger, Alfred; habil. Mag. Dr.
Boxhofer, Emmerich; HS-Prof. Mag. Dr. OStR
Projektleitung intern
Weinberger, Alfred; habil. Mag. Dr.
Interne Projektmitarbeiter/innen
Externe Projektmitarbeiter/innen
Kooperationspartner
Laufzeit
2020 – 2020
Beschreibung
In dieser empirischen Studie wird vor dem Hintergrund der Einführung eines verpflichtenden Ethikunterrichts der Frage nachgegangen, in welcher Intensität und warum der Religions- und Ethikunterricht relevant sind. Zur Beantwortung der Fragestellung wurden neben einer theoretischen Analyse von Lehrplänen Lehramtsstudierende der Volksschule (N = 128) mittels eines Online-Fragebogens befragt. Die Resultate zeigen, dass Ethikunterricht als signifikant relevanter als Religionsunterricht eingeschätzt wird. Als zentraler Relevanzfaktor des Ethikunterrichts wird die Werterziehung genannt, im Religionsunterricht das Wissen über Religionen. Ferner wird Werterziehung als integrales Ziel jedes Unterrichtsfachs gesehen. Auf der Grundlage der empirischen
Resultate, Lehrplananalysen und theoretischen Reflexionen wird die Kombination von Werterziehung mit Wissenserwerb im Fachunterricht vorgeschlagen, anstatt ein zusätzliches Fach Ethik zur Förderung der Werterziehung einzuführen.
Beschreibung (engl.)
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Hochschule
Private Pädagogische Hochschule Linz
Sprache
Projektleitung gesamt
Weinberger, Alfred; Mag. Dr.
Projektleitung intern
Weinberger, Alfred; habil. Mag. Dr.
Interne Projektmitarbeiter/innen
Externe Projektmitarbeiter/innen
Gastager, Angela; Mag. Dr.
Kooperationspartner
Pädagogische Hochschule Steiermark
Laufzeit
2012 – 2016
Beschreibung
Forschungsfrage:
Die zentrale Forschungsfrage der explorativen Untersuchung lautet, wie sich Wertpräferenzen bei Lehramtsstudierenden auf ihr unterrichtliches Handeln auswirken.
Die Untersuchung bezieht sich auf folgende Teilfragen:
Welche Werte erachten Lehramtsstudierende für ihren Unterricht als wichtig?
Wie interpretieren sie diese als wichtig erachteten Werte?
Wie wirken sich die Werte in der Unterrichtspraxis aus?
Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede in den Wertpräferenzen und Handlungen?

Forschungsdesign:
Wir verwenden die fallanalytische Methode (N = 20), um die Forschungsfragen qualitativ und quantitativ zu untersuchen. In einem ersten Schritt ergründen die Lehramtsstudierenden mittels eines Reflexionsinstruments ihre präferierten Werte und stellen sie dar (erste und vierte Fragestellung). In einem nächsten Schritt dienen Videosequenzen des unterrichtlichen Handelns der Lehramtsstudierenden als Grundlage für eine angeleitete Reflexion mittels eines Interviewverfahrens zur Erforschung der zweiten, dritten und vierten Fragestellung. Es erfolgt eine inhaltsanalytische Auswertung der transkribierten Interviews.

Nutzen und Verwendung/Zukunftsperspektiven:
Die Studie wirft Licht auf eine bis jetzt in der Lehrer/-innenbildung im deutschsprachigen Raum kaum erforschte Kompetenzfacette (Werthaltung). Die Ergebnisse sind für das Berufsfeld interessant, weil sie zu Konsequenzen in der Lehrer/-innenbildung anregen, indem der ethische Aspekt (z.B. Umgang mit individuell widersprüchlichen Zielen, Treffen ethisch begründeter Entscheidungen) in der Ausbildung stärker betont wird und zur Entwicklung angemessener Lehr- und Lernmethoden diesbezüglich beitragen kann. Ferner ist das methodische Setting so angelegt, dass ein Instrument zur gegenseitigen Reflexion zwischen Studierenden entsteht, das für die schulpraktische Ausbildung von Bedeutung ist. Die teilnehmenden Studierenden profitieren, indem sie ihre Reflexionskompetenz schulen.

Beschreibung (engl.)
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Private Pädagogische Hochschule Linz
Sprache
Projektleitung gesamt
Wahlmüller, Thomas; Mag.
Projektleitung intern
Fageth, Barbara; Dr. MA
Vollmann, Petra; MEd. Dr. BEd
Interne Projektmitarbeiter/innen
Externe Projektmitarbeiter/innen
Kooperationspartner
Laufzeit
2021 – 2022
Beschreibung
Wie kann die Schuleingangsphase durch eine konstruktive Zusammenarbeit von Pädagog*innen aus Kindergarten und Schule gestaltet werden, sodass einerseits den aktuellen bildungspolitischen Anforderungen Rechnung getragen wird (Stichwort: Entwicklungsscreenings und Klassenzuweisung, Selektion) und andererseits die Individualität und Integrität des einzelnen Kindes (Stichwort: Bildungsgerechtigkeit, Chancengleichheit) gewahrt ist?

Während die Einschulung mit dem Umstand verbunden ist, den gegenwärtigen Entwicklungsstand des Kindes zu berücksichtigen, um sicherzustellen, dass es ohne körperliche und mentale Überforderung am Unterricht teilnehmen kann, bemüht sich die elementarpädagogische Praxis seit Jahren um eine prozessorientierte Entwicklungs- und Beobachtungsdokumentation. Mit der Notwendigkeit der Einschulungsdiagnostik rücken jedoch vor allem ergebnisorientierte Verfahren in den Mittelpunkt, auf deren Schwäche nicht zuletzt Faust-Siehl (1994) hingewiesen hat: Kinder, denen eine vergleichbare Schulfähigkeit attestiert wurde, sind in verschiedenen Schulen unterschiedlich erfolgreich gewesen. Insbesondere in der Steiermark bemüht man sich deshalb seit Jahren um eine inklusive Schuleingangsphase (Amtmann & Hollerer, 2020). Es scheint kein Zweifel daran zu bestehen, dass das theoretische Konstrukt der ‚Schulfähigkeit‘ sui generis ein in der Praxis der Förderung zugängliches, von der individuellen Situation des einzelnen Kindes, vom Schulstandort und der Klasse abhängiges Phänomen ist, sodass die ökologische Perspektive nicht unberücksichtigt bleiben darf (Nickel, 1988).

Das geplante Projekt geht auf dieser Grundlage von der These aus, dass es für eine gelingende Kooperations- und Transitionsgestaltung keines antinomischen, sondern eines elaborierten und reziproken Verweisungszusammenhangs bedarf. Kurz: kein entweder-oder, sondern sowohl eine Berücksichtigung von Entwicklungsübergängen einerseits als auch von Bildungsübergängen andererseits.

Entscheidend für ein Gelingen dieses Forschungsprojekts erscheint die Notwendigkeit über bereits bestehende Transitionsmodelle (Griebel & Niesel, 2011; Hanke et al., 2013) insofern hinauszugehen als insbesondere die Makro-Ebene (bildungspolitische Verantwortungsträger, unterschiedliche Träger der Kindergärten, usw.) berücksichtigt wird. Das heißt, dass es das ausgewiesene Ziel des Forschungsprojekts ist, kein neues Instrument für die Praxis zu entwickeln, um einer bloßen „Anwendungspraxis“ (erneut) Tür und Tor zu öffnen. Stattdessen gilt es ein Konzept zu entwickeln, das als oberste Prämisse (1) die systematische Ko-Konstruktion von Elementar- und Primarpädagog*innen und deren aktive Partizipation in den Mittelpunkt stellt, (2) strukturelle Rahmenbedingungen berücksichtigt, (3) gesetzliche Rahmenbedingungen fordert und (4) Perspektiven eröffnet, im Umgang mit der gängigen/geforderten Praxis den Entwicklungsstand als Einschulungsentscheidung heranzuziehen. Ferner geht es darum das Selbstwirksamkeitserleben der Praktiker*innen in diesem Transitionsprozess auszubauen und auf diesem Weg bekannten theoretischen Grundmodellen für einen gelingenden Transitionsprozess Rechnung zu tragen (u.a. Gestaltung der Lehrer-Kind-Beziehung: Peters, 2010; Stresstheorie: Lazarus, 1995; paradoxe Theorie von Caspie und Moffitt: Pohlmann-Rother, 2012, S. 14; Resilienzkonzept: Fröhlich-Gildhoff & Rönnau-Böse, 2015).

Beschreibung (engl.)
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Hochschule
Private Pädagogische Hochschule Linz
Sprache
Projektleitung gesamt
Weinberger, Alfred; Mag. Dr.
Kittinger, Cornelia; Institutsleiterin BA BEd MA Prof.
Projektleitung intern
Weinberger, Alfred; habil. Mag. Dr.
Kittinger, Cornelia; BA BEd MA Prof.
Interne Projektmitarbeiter/innen
Externe Projektmitarbeiter/innen
Kooperationspartner
Laufzeit
2017 – 2019
Beschreibung
Bildungsentscheidungen sind zentrale Weichenstellungen im Lebenslauf und in der Bildungsbiografie und ein zentrales Thema der Bildungsforschung (Miethe, Ecarius & Tervooren, 2014). Die im Zuge der PädagogInnenbildung NEU implementierte Lehramtsausbildung für die Primarstufe inkludiert eine Schwerpunktwahl, welche die Vertiefung in einen oder mehrere spezielle/n Bildungsbereich/e ermöglicht. An der PHDL können entweder zwei kleine Schwerpunkte (je 31,5 ECTS) oder ein großer Schwerpunkt (63 ECTS) gewählt werden. Das Ziel der Studie besteht darin, einerseits die Motivationen der Studierenden und andererseits die Bedeutung der institutionellen Informationsangebote für die Schwerpunkwahl zu erforschen, um ein besseres Verständnis der Gründe für die Schwerpunktwahl zu erlangen. Es wurde eine Fragebogenerhebung an zwei Kohorten von Lehramtsstudierenden der PHDL durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen insgesamt die hohe Bedeutsamkeit intrinsischer Motivationskomponenten, wobei jedoch Studierende, die mehrere Bildungsbereiche wählen, geringere intrinsische Motivationen aufweisen. Bei den institutionellen Informationsangeboten werden spezifische Veranstaltungen zum Inhalt des Schwerpunktes favorisiert.

Die beiden Forschungsfragen, (1) welche Motivationen und (2) welche institutionellen Informationsangebote für die Schwerpunktwahl bedeutsam sind, wurden anhand einer Fragebogenerhebung (Ex-post-facto-Forschungsdesign) an zwei Kohorten (NK1 = 147, NK2 = 131; 92,6% weiblich) von Lehramtsstudierenden der Primarstufe der PHDL in den Wintersemestern 2016/17 und 2017/18 untersucht. Als Datenerhebungsmethode wurde ein paper and pencil-Fragebogen, der auf der Grundlage des FEMOLA-Fragebogens (Pöhlmann & Möller, 2010) und theoretischer Reflexionen zu Motivationen bei Bildungsentscheidungen entwickelt wurde, im Rahmen einer Lehrveranstaltung eingesetzt. Als Signifikanztests zur Überprüfung von Unterschieden wurden Varianzanalysen mit Messwiederholung verwendet.

Beschreibung (engl.)
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Hochschule
Private Pädagogische Hochschule Linz
Sprache
Projektleitung gesamt
Hollick, Daniele; HS-Prof. Dr, Mag.
Neißl, Marianne; Mag. Prof.
Projektleitung intern
Hollick, Danièle; MEd. Dr. MA
Neißl, Marianne; Mag. Prof.
Interne Projektmitarbeiter/innen
Externe Projektmitarbeiter/innen
Kooperationspartner
Laufzeit
2017 – 2019
Beschreibung
Im Zuge der Pädagoginnen- und Pädagogenbildung Neu wurden dem forschenden Lernen curricular eine zentrale Rolle zugeschrieben. Dementsprechend ist eine Gestaltung forschender Lehr-Lernarrangements an pädagogischen Bildungsinstitutionen im tertiären Bereich notwendig und wird u.a. mit der Implementierung einer Zukunfts- und Forschungswerkstatt (ZFW) an der PHDL umgesetzt.
„Mit der Öffnung von Hochschulen für eine zunehmend breitere Studierendenschaft und mit der Anerkennung von Lebenswelten, die die ausschließliche Konzentration auf ein Studium erschweren“ (Platte, 2018, S. 21) liegt eine Herausforderung in didaktischen Gestaltungen von Bildungs- und Lernprozessen. Krönig (2018, S. 62) stellt an eine inklusive Hochschuldidaktik die Anforderung einer „Diskursivierung und damit Komplexitätserhöhung und -transformation“ pädagogischer Situationen und den damit verbundenen (Bildungs-)Inhalten.
Analysiert wird das für die Gestaltung der ZFW umzusetzende Konzept AuRELIA Kursdesign von Reitinger (2013, S. 92) vor dem Hintergrund der Frage, inwieweit dieses Konzept Momente und Möglichkeiten einer inklusiven Hochschuldidaktik bietet, in der die „Bildung inklusiver Gruppen, die Etablierung inklusiver Formen von Kommunikation und Interaktion“ als „genuin pädagogische Herangehensweisen“ (Krönig, 2018, S. 59) sichtbar gemacht werden können. Aus professionstheoretischer Perspektive zur Entwicklung pädagogischer Handlungen werden gemeinsames Lösungssuchen und Reflexionsprozesse ermöglicht, wodurch mit einer professionellen Distanz eigene Erfahrungen und Sichtweisen reflektiert werden können (Rumpf, 2016, S. 81).
Für eine hochschuldidaktische Weiterentwicklung der ZFW wird als empirischer Forschungsansatz die Aktionsforschung gewählt (siehe dazu Altrichter et al., 2013), wobei es sich entsprechend Fox, Martin & Green (2007, S. 48ff) um „Practioner Research“ als eine der „Spielarten“ der Aktionsforschung, „die eine systematische Auseinandersetzung mit der eigenen Praxis inkludiert, mit dem Ziel, diese zu verändern und weiterzuentwickeln“, handelt (Cendon, 2016, S. 30). Als Datenmaterial werden das Forschungstagebuch von zwei in der ZFW Lehrenden, Protokolle der Besprechungen des Lehrendenteams der ZFW, die Ergebnisse der SWOT-Analyse der Studierenden sowie die Ergebnisse der mittels CILI (Reitinger, 2016) erhobenen und ausgewerteten Daten herangezogen. Die Auswertung der qualitativ erhobenen Daten erfolgt inhaltsanalytisch. Die Daten aus der Fragebogenerhebung werden einer deskriptiven Analyse unterzogen. Befragt werden alle Studierende der ZFW im Lehramtsstudium der Primarstufenpädagogik im 5. Semester.
Beschreibung (engl.)
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Bericht

Projektdetails

Hochschule
Private Pädagogische Hochschule Linz
Sprache
Projektleitung gesamt
Hollick, Daniele; HS-Prof. Dr, Mag.
Neißl, Marianne; Mag. Prof.
Reibnegger, Harald; MEd. Dr.
Projektleitung intern
Hollick, Danièle; MEd. Dr. MA
Neißl, Marianne; Mag. Prof.
Reibnegger, Harald; Dr., MEd
Interne Projektmitarbeiter/innen
Externe Projektmitarbeiter/innen
Kooperationspartner
Laufzeit
2018 – 2020
Beschreibung
Mit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention geht auch die Verpflichtung einher, ein inklusives Bildungssystem zu etablieren. Im Curriculum des neuen Lehramtsstudiums Primarstufe wird Inklusion als Querschnittsthema gefasst, das alle Diversitätsbereiche einbezieht und es werden „Wissens- und Handlungskompetenzen sowie professionelle Grundhaltungen zu inklusiver Bildung in allen Studienfächern“ für alle Studierenden grundlegt (PHDL, 2018, S. 12-13). Im Schwerpunkt „Inklusive Pädagogik/Fokus Behinderung“ werden die Grundlagen inklusiver Pädagogik in allen Diversitätsbereichen vertieft, wobei der Fokus auf den Diversitätsbereich „Behinderung“ gelegt wird. Absolventinnen und Absolventen sollen Unterricht so gestalten können, dass Lernbarrieren verhindert bzw. abgebaut werden können und größtmögliche Partizipation gewährleistet wird. Die Entwicklung einer dafür benötigten professionellen Handlungskompetenz umfasst nach Baumert und Kunter (2006) neben fachlichen Kompetenzen auch motivationale Orientierungen und Überzeugungen, Einstellungen und Werthaltungen als zentrale Merkmale der Lehrer/-innenpersönlichkeit.
Einstellungen von angehenden Lehrerinnen zur Inklusion werden von Kullmann, Lütje-Klose, Textor, Berard & Schitow (2015) als „wichtige Schlüsselmomente für die Realisierung einer inklusiven Unterrichtspraxis“ identifiziert. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommen auch Hellmich, Görel und Schwab (2016), die auch auf einen Zusammenhang zwischen Einstellung von Lehrerinnen und Lehrern zur Inklusion und Selbstwirksamkeitserwartungen (Schmitz & Schwarzer, 2000) hinweisen.
Im Rahmen dieses Forschungsprojektes soll die Entwicklung von Einstellungen, Haltungen und Bedenken von Studierenden des Lehramtes Primarpädagogik zu inklusivem Unterricht im Laufe ihrer Ausbildung erforscht werden. Es wird auch Fragen nachgegangen, ob Einstellungen zur Inklusion über Vertrauen in eigene Fähigkeiten erklärt werden können und inwiefern Vorerfahrungen einen Einfluss auf Einstellungen haben. Subjektive Sichtweisen zu inklusivem Unterricht und auf Zuständigkeiten sollen ebenso Gegenstand der Untersuchung sein.

Methode:

Das Forschungsdesign ist durch die Verknüpfung der qualitativen und quantitativen Erhebungs- und Auswertungsmethode methodentriangulatorisch angelegt.
Durchgeführt werden eine echte sowie eine unechte Längsschnittstudie. Bei der echten Längsschnittstudie wird eine Gesamterhebung beginnend mit der Studierendenkohorte der Primarstufenpädagogik des 1. Semesters 2018 bis zum Abschluss des Bachelorstudiums 2021/2022 durchgeführt, um Entwicklungsprozesse innerhalb einer Gruppe zu analysieren. Im Rahmen der unechten Längsschnittstudie werden im Studienjahr 2018/2019 alle Studierende des 3., 6. und 8. Semesters in der Ausbildung Primarstufenpädagogik befragt, womit u.a. die Wahl der Schwerpunkte im Zusammenhang mit der Selbsteinschätzung der Kompetenzen, Haltungen und Selbstwirksamkeit in der antizipierten Umsetzung inklusiven Unterrichts systematisiert betrachtet wird. Gewählt werden die standardisierten Erhebungsinstrumente SACIE-R 2013 zu Einstellungen, Haltungen und Bedenken und TEIP 2013 zu Selbstwirksamkeit (Feyerer, Reibnegger, Hecht, Niedermair, Soukup-Altrichter, Plaimauer, Prammer-Semmler, Moser, Bruch, 2013).
Die jeweiligen Datensätze der quantitativen Befragung werden einer deskriptiven und inferenzstatistischen Untersuchung unterzogen. Die Auswertung der qualitativ erhobenen Daten zu subjektiven Auffassungen des Konzeptes „Inklusion“ sowie zu Sichtweisen auf Zuständigkeiten inklusiver Pädagoginnen und Pädagogen erfolgt inhaltsanalytisch.

Beschreibung (engl.)
URL
Bericht