Dieses Projekt zielt darauf ab, 1. zu erforschen, wie Charakterbildung stärker in der Schulpraxis verankert werden kann; 2. die Bedeutung von schulischer Charakterstärkenentwicklung bekannter zu machen; und 3. Unterrichtsmaterialien für die Primar- und Sekundarstufe sowie für die Elternarbeit zu entwickeln.
Die Beschreibung der Motivation für das Projekt und warum es finanziert werden soll, bleibt inhaltlich auf einer sehr allgemeinen Ebene und beschäftigt sich ganz generell v. a. mit der „Offensichtlichkeit des Klimawandels“, mit der „ökosozialen Verantwortung der Religionen“ sowie mit der „Umweltbewusstseinsforschung“.
Die Bedarfsanalyse und -identifikation ist in Grundzügen vorhanden, aber wenig konkret: Der Bedarf des Vorhabens ergibt sich aus der globalen Krise des Klimawandels und den daraus resultierenden Herausforderungen für den Bildungsbereich und die Lehramtsausbildung. Folgende Zielgruppen stehen im Fokus: Dozierende und Studierende der Religionspädagogiken, Erziehungswissenschaften, Soziologie, Philosophie und Ethik. Schüler*innen werden dabei jedoch nicht als „vorrangig aktive“ Zielgruppe berücksichtigt.
Diese Vorgehensweise entspricht auch den im Orientierungsrahmen Globales Lernen dargelegten Zielen sowie den Nachhaltigkeitszielen der UN, die national in der Ausbildung von Lehrkräften und in den Curricula Eingang finden sollen. Insofern ist der in dem Projekt verfolgte Ansatz (interreligiös, umwelt- und friedensbezogen) prinzipiell innovativ für die Lehrkräfteaus- und -fortbildung. Der Innovationscharakter dieses Projekts wird jedoch mit Fokus auf die “Dringlichkeit des dramatisch fortschreitenden Klimawandels“ für ein Projekt dieser Größenordnung nur sehr allgemein dargestellt. Die Bedarfsanalyse muss daher vom Konsortium bis zum regelmäßigen Bericht ausgearbeitet werden.
Das Projekt knüpft fachlich an bestehende Initiativen an den Einrichtungen in Deutschland, Österreich und Spanien an. Die beteiligten universitären Partner verfügen über breite Erfahrungen in der Lehramtsausbildung für das Fach Religion, im interreligiösen Dialog und in der Thematik des Klimawandels und der Friedensbildung. Hierdurch kann auf Vorkenntnisse aufgebaut werden. Der inhaltlich-institutionelle Konnex zu den Einrichtungen in den assoziierten EU-Ländern hätte klarer herausgearbeitet werden müssen.
Das beantragte Vorhaben R4ecology ist prinzipiell geeignet, Synergieeffekte zwischen der allgemeinen und beruflichen Bildung zu schaffen, das wird im Antrag plausibel erklärt.
Der europäische Mehrwert von R4ecology ist durch einen länderübergreifenden Erfahrungsaustausch gegeben. Die transnationale und interreligiöse Perspektive ermöglicht neue Erkenntnisse und Ansätze, die einzelne Universitäten bzw. Einrichtungen nicht hätten hervorbringen können.
Das dreijährige Projekt R4ecology ist in fünf Arbeitspakete aufgeteilt, wobei das erste Arbeitspaket für Projektmanagement seitens der koordinierenden Einrichtung vorgesehen ist. Die Work Packages 2 bis 5 bauen thematisch gut aufeinander auf.
Die Evaluierung der Wiener Begabungssiegelschulen (Volksschule) mittels Fragebögen bei Lehrpersonen, Schüler:innen und Erziehungsberechtigten im Mai 2024 zeigt, dass die Umsetzung von Begabungs- und Begabtenförderung eine Herausforderung für das Lehrpersonal darstellt und eine nachhaltige Implementierung begabungsfördernder Maßnahmen kaum gelingt. Dies nimmt die Bildungsdirektion Wien zum Anlass, die Kriterien des Wiener Begabungssiegels im Schuljahr 24/25 weiterzuentwickeln. Die Schulleiter:innen, die als „Motor der Schulentwicklung“ (Rolff, 2018, S. 171) gelten, tragen für den Implementierungsprozess die Verantwortung, allerdings wurde ihre Perspektive im Evaluierungsprozess nicht miteinbezogen.
Im Rahmen eines Dissertationsvorhabens wurden 2024 die förderlichen und hemmenden Einflussfaktoren für die Implementierung Inklusiver Begabungsförderung auf Basis des ANW-Modells nach Helmke (2015), ähnlich wie Schrader et al. (2020) an den niederbayrischen Begabungssiegelschulen beforscht und daraus Gelingensbedingungen abgeleitet (Hofer, 2024). Diese Erkenntnisse, die durch Interviews mit Schulleiter:innen und der Schulbehörde der Begabungssiegelschulen Niederbayern gewonnen wurden, werden im Rahmen dieses Forschungsprojekts durch Expert:inneninterviews mit Schulleiter:innen der Begabungssiegelschulen in Wien, NÖ und Niederbayern (neu zu zertifizierende Schulen) ergänzt und erweitert, damit Inklusive Begabungsförderung tatsächlich jedem Schüler und jeder Schülerin zugute kommt.