Projektdetails
Teufel, Martin; IL MA BEd Ing. Prof. / 6800 Institut für digitale Medienbildung
Erste Thesen: Schüler/innen mit nichtdeutscher Muttersprache erreichen vermehrt die Unterrichtsziele nicht. Schüler/innen mit nichtdeutscher Muttersprache sind mehrheitlich in Schulformen vertreten, die niedrigere formale Abschlüsse vergeben. Es gibt Unterschiede zwischen Klassen mit vielen bzw. wenigen Migrantenkindern bezüglich Mobbing- und Gewaltverhalten. Bildungsberatung erreicht Schüler/innen mit Migrationshintergrund weniger als Schüler/innen ohne Migrationshintergrund.
Erste Ergebnisse aus der Befragung von zehn BMHS-Direktoren/innen: Jugendliche mit nichtdeutscher Muttersprache befinden sich eher in den BMS als in den BHS. Man erlebt die Schüler/innen mit nicht deutscher Muttersprache kaum als Ressource, sondern es wird von ihnen erwartet, sich in das vorhandene System einzugliedern. Selektionsmaßnahmen (z.B. Aufnahmetests, Aufnahmegespräche) führen dazu, dass Schüler/innen mit nichtdeutscher Muttersprache schlechtere Chancen haben, in höhere Schulformen zu gelangen. Der Großteil der Direktoren/innen wusste wenig über Problematiken an ihren Schulen zu berichten.
Ziele von BLuE sind:
die Vorbereitung auf ein unabhängiges und inklusives Leben sowie
das Arbeiten in der Gesellschaft/am ersten Arbeitsmarkt
Ziele des Forschungsprojektes:
Anschlussmöglichkeiten für den Arbeitsmarkt schaffen
Berufsfeldübergänge begleiten
handlungsorientierten Kompetenzerwerb im Übergang von Studium zum Beruf ermöglichen
Die Triale Berufsfeldvorbereitung definiert sich als:
berufliche Bildung (Studienberatung mit Berufsfeldbezug; LV-Angebote u. a. im Bereich der Berufsbildung)
Bildungsbegleitung (Nahtstellenassistenz)
lebenspraktische Bildung (Orientierungspraktikum, Job Shadowing, wirtschaftsintegrative und pädagogische Berufsfeldvorbereitung)
Das System der Trialen Berufsfeldvorbereitung versteht sich als begleitendes bzw. unterstützendes Konzept der Berufsüberleitung, unerheblich ob für Menschen mit oder ohne Beeinträchtigung. Es ermöglicht jenen Personen, die an der Nahtstelle von Ausbildung und Beruf stehen, mittels ausreichender Zeitressourcen und intensiver Begleitung Praxiserfahrung zu sammeln und Schritt für Schritt tiefer in den Berufsfindungsprozess einzutauchen, um schlussendlich am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.
Die Triale Berufsfeldvorbereitung, getragen von einer professionellen Unterstützungsbegleitung kann in einem Kontext zum Modell von Supported Employment (SE) gesehen werden.
Da im BLuE-Programm jährlich zwei Studienplätze zur Verfügung gestellt werden und die Studienplätze derzeit auf acht begrenzt sind, wird die begleitende Evaluierung der Transition in den Arbeitsmarkt bis Ende 2021 durchgeführt. Dabei werden nicht nur die Strukturen innerhalb der Hochschule, sondern auch die externen Partnerinstitutionen (AMS, SMS, WKS, AK, Land Salzburg, Magistrat…) genutzt und in die Begleitung und Evaluierung aufgenommen. Die Erwartungen der zukünftigen Arbeitgeber im Hinblick auf die vier zu entwickelnden Berufsbilder werden wissenschaftlich erhoben.