Grundsätzlich ist die Beteiligung der Eltern, Erziehungsberechtigten und Familien eine gesetzlich geregelte Maßnahme. Inwieweit dies gelingt, ist jedoch sehr stark von den vielfältigen Lebenswelten und situativen Bedingungen der Bezugsgruppen abhängig, die über sehr unterschiedliche Möglichkeiten der Kooperation verfügen. Während sich einige Familien völlig ungezwungen auf eine Zusammenarbeit einlassen können, gibt es bei anderen Familien Barrieren, Unsicherheiten etc., die eine schnelle und friktionsfreie Zusammenarbeit eher behindern. Manche Eltern, Erziehungsberechtigte und Familien würden sich gerne stärker einbringen, zeigen aber Unsicherheiten – andere zeigen sich zurückhaltend bis ablehnend. Gerade die Erreichbarkeit dieser Bezugsgruppe stellt Elementarpädagog*innen vor große Herausforderungen, ist aber einer der wichtigsten Aufgabenbereiche (siehe auch waterford.org).
Eine solche Form der Kooperation kann helfen, Entwicklungsziele zu finden, die besser auf die Bedürfnisse der einzelnen Kinder abgestimmt sind und auch gemeinsam verfolgt werden. Die Zusammenarbeit mit Eltern, Erziehungsberechtigten und Familien gilt daher als einer der wesentlichsten Faktoren, um eine effektive Entwicklungs- und Lernumgebung zu schaffen bzw. um die Entwicklungs- und Lernprozesse der Kinder bestmöglich unterstützen zu können. Elementarpädagogische Studien zeigen, dass die Qualität der Zusammenarbeit mit Eltern, Erziehungsberechtigten und Familien einen Einfluss auf die kindliche Entwicklung und das Wohlbefinden von Kindern in elementarpädagogischen Bildungseinrichtungen hat (u. a. REPEY – „Research in Effective Pedagogy in the Early Years“ – Siraj-Blatchford et al., 2002; EPPE – Effective Provision of Preschool Education, Sylva et al., 2003, 2004; Lehrl et al., 2012). Kinder, deren familiäre Bezugspersonen in die pädagogische Praxis einbezogen werden, zeigen eher Selbstvertrauen und eine erhöhte Lernmotivation. Entsprechend positive Effekte bilden sich ebenso im Bereich der kognitiven Entwicklung (u. a. Lehrl et al., 2020) ab und erstrecken sich auch auf die soziale und emotionale Entwicklung der Kinder.
Mit theoriebasierten Qualifizierungsmaßnahmen kann eine qualitätsvolle Zusammenarbeit mit den Bezugspersonen der Kinder positiv stimuliert werden (Siraj-Blatchford et al., 2002; Sylva et al., 2004). Diesem Professionalisierungsbedarf folgend wird in einem ersten Schritt die Entwicklung eines Reflexionstools vorgeschlagen, das die übergeordneten Ziele einer gelingenden Gestaltung und Entwicklung von Kooperationsstrukturen darstellt und auf eine professionelle Responsivität und lösungsorientierte Konfliktbearbeitung abzielt. Zur Entwicklung wird eine systematische Literaturrecherche und Analyse bestehender Konzepte zur Zusammenarbeit mit Eltern, Erziehungsberechtigten und Familien umgesetzt.
Das Projekt dient der datengestützten und theoretisch abgesicherten mehrstufigen Entwicklung dieser Pflichtfachangebote und folgt dem Ansatz der Design-Based Research (DBR). Es wird von Personen durchgeführt, die gleichzeitig in einer forschenden und gestaltenden bzw. entwerfenden Rolle tätig sind. Bei der Entwicklungsarbeit greift das Forschungsteam auf theoretische Grundlagen sowie vorliegende und neu erhobene Daten im Rahmen formativer und summativer Evaluationen zurück. Das Projekt zielt neben dem bildungspraktischen Nutzen (Lehrveranstaltungsangebot) auf theoretisch nutzbare Erkenntnisse zur Didaktik der Hochschullernwerkstatt und zur kooperativen und partizipativen Lehre-Entwicklung.
Gleichzeitig steht die Politische Bildung vor der Herausforderung, dass Schüler*innen zwar politisches Interesse zeigen, dennoch kaum Zeit bleibt, dieses Interesse im Unterricht zu fördern, unzureichend geeignete Unterrichtsmaterialien zur Verfügung stehen, die kindgerechte Vermittlung politischer Inhalte kaum Teil der Ausbildung von angehenden Lehrkräften ist, und damit Lehrkräfte oft nicht wissen, welche politischen Themen in welcher Form kindgerecht vermittelt werden können (Larcher & Zandonella, 2016). Im Rahmen des Projekts sollen neben Schüler*innen auch Lehrkräfte befragt werden, einerseits in Hinblick auf ihre Fremdeinschätzung der Interessen der Schüler*innen der Primarstufe im Bereich der Politischen Bildung, andererseits in Hinblick auf Potenziale und Herausforderungen, die sie für sich im Bereich der Politischen Bildung wahrnehmen und welche Relevanz die gesellschaftliche Diversität im Bereich der Politischen Bildung darstellt. Im Vorfeld des Projekts soll eine Analyse der vorhandenen Unterrichtsmaterialien durchgeführt werden.
Wesentliche Forschungsfragen waren: Welche Kriterien wirken sich förderlich auf die Qualität der schulischen Integration von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung aus? Welche Qualitätskriterien werden in welchem Ausmaß auf Struktur- und Handlungsebene an den einzelnen Schulstandorten erfüllt? Führt ein auf die spezifischen Bedürfnisse der Teilnehmer/innen abgestimmtes Fortbildungsprogramm zu einer Qualitätsentwicklung im Bereich der schulischen Integration?
Die Datengewinnung erfolgte durch einen quantitativ-qualitativen Mix aus Fragebogenerhebung, Interviews und Gruppendiskussionen.
Als Ergebnis zeigte sich, dass vor allem die Zusammenarbeit in kleinen Lehrerteams sowie die kooperative Planung, Durchführung und Reflexion von Unterricht als förderliche Faktoren für die Qualität in der Integration eingeschätzt werden. Das Bewusstsein für qualitätsfördernde Maßnahmen ist grundsätzlich stark vorhanden, die Umsetzung im eigenen Unterricht erscheint aber nicht immer möglich. Die Qualität der Integration wird im Bereich der Volksschule mit höheren Werten bestätigt als in anderen Schularten. Die Möglichkeit, bei schulartenübergreifenden Fortbildungsveranstaltungen Veränderungen auf systemischer Ebene am eigenen Standort herbeizuführen wird im Vergleich zum persönlichen Erkenntnisgewinn eher gering eingestuft.